Waffentest

Nordkorea testet erneut Raketen von Marinezerstörer – Kim Jong-un setzt auf nukleare Abschreckung

Nordkorea hat erneut Marschflugkörper und Schiffsabwehrraketen von seinem Zerstörer „Choe Hyon“ abgefeuert. Kim Jong-un wohnte dem Test persönlich bei.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
2 Min
Das von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte Bild zeigt einen angeblichen Raketenstart an einem ungenannten Ort in Nordkorea.

Das von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte Bild zeigt einen angeblichen Raketenstart an einem ungenannten Ort in Nordkorea.

© KCNA/KNS/dpa

Nordkorea hat am Sonntag erneut strategische Marschflugkörper und schiffsabwehrende Raketen von seinem Marinezerstörer „Choe Hyon“ abgefeuert. Machthaber Kim Jong-un wohnte dem Test persönlich bei, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag meldete.

Laut KCNA wurden zwei strategische Marschflugkörper und drei Schiffsabwehrraketen von dem 5000-Tonnen-Zerstörer aus gestartet. Die Marschflugkörper waren demnach rund zwei Stunden in der Luft, die Anti-Schiff-Raketen etwa 33 Minuten. Alle Geschosse seien über dem Gelben Meer geflogen und hätten ihre Ziele getroffen, so die Agentur.

Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf KCNA berichtet, diente der Test dazu, das integrierte Waffenleitsystem des Zerstörers zu überprüfen sowie die Genauigkeit eines verbesserten Navigationssystems gegen elektronische Störmaßnahmen zu bestätigen. Die Bezeichnung „strategisch“ deutet laut dem Korea Herald darauf hin, dass die Waffen potenziell nuklear bestückt werden könnten.

Dritter Raketentest von der „Choe Hyon“ seit März

Bereits im März hatte Nordkorea laut Yonhap zwei ähnliche Tests mit Marschflugkörpern von der „Choe Hyon“ durchgeführt – noch vor der offiziellen Indienststellung des Schiffs. Von KCNA veröffentlichte Fotos zeigen Kim, wie er den jüngsten Abschuss von einem Pier aus beobachtet, umgeben von Marineoffizieren.

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Kim erklärte laut KCNA, die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte sei durch jüngste Fortschritte in der Rüstungsforschung „qualitativ gestärkt“ worden. Er bezeichnete den Ausbau einer „starken und verlässlichen nuklearen Kriegsabschreckung“ als die „wichtigste vorrangige Aufgabe“ des Landes.

Wie der Korea Herald weiter berichtet, ließ sich Kim zudem über die Waffensysteme zweier weiterer Zerstörer informieren, die sich derzeit im Bau befinden. Im Juni 2025 hatte Nordkorea einen zweiten 5000-Tonnen-Zerstörer, die „Kang Kon“, in Dienst gestellt. Kim ordnete den Bau eines dritten Schiffs derselben Klasse bis zum Gründungstag der Arbeiterpartei am 10. Oktober dieses Jahres an.

Nordkorea ist international weitgehend isoliert. Gegen das Land gelten wegen seines Raketen- und Atomprogramms zahlreiche internationale Sanktionen.

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