Fünf Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl fällt die Berliner SPD in der Wählergunst weiter zurück. Nur noch 20 Prozent wollen derzeit die SPD, aber 39 Prozent die CDU wählen. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Info GmbH" im Auftrag der "Berliner Zeitung" und des Senders "BB Radio" hervor. Befragt wurden in der Zeit von Ende August/Anfang September 1 203 Berliner aus beiden Teilen der Stadt.Ein rot-grüner Regierungswechsel, wie ihn der SPD-Spitzenkandidat Walter Momper anstrebt, wäre damit in weite Ferne gerückt. Mit 39 Prozent liegt die CDU deutlich vor der SPD (20 Prozent) und den Grünen (15 Prozent), die gemeinsam nur auf 35 Prozent der Stimmen kämen. Im Westteil läge die Berliner CDU mit 48 Prozent sogar um 28 Prozentpunkte vor der SPD. Die PDS würde 16 Prozent (Ost-Berlin: 37 Prozent, West-Berlin: vier Prozent) erringen und damit erneut drittstärkste Fraktion im Abgeordnetenhaus werden. Diepgen klar vorneDie Tendenz der letzten Monate setzt sich also fort: Im Oktober, kurz nach der Bundestagswahl und dem Wahlsieg für Bundes-SPD und -Grüne, wollten noch 40 Prozent der Berliner auch in der Hauptstadt die SPD wählen. Seitdem sinkt die Zustimmung kontinuierlich. Auch der SPD-Spitzenkandidat Momper konnte in den letzten Wochen keine Pluspunkte sammeln. Wenn die Berliner den Regierenden Bürgermeister direkt wählen könnten, würden sich 58 Prozent für Amtsinhaber und CDU-Spitzenkandidat Eberhard Diepgen entscheiden. Nur 17 Prozent wünschen sich Momper als Regierungschef 14 Prozent weniger als noch im Februar dieses Jahres. Auch bei den eigenen Anhängern ist die Zustimmung gering: Nur 33 Prozent der SPD-Wähler würden Momper, aber 46 Prozent Diepgen direkt zum Regierenden Bürgermeister wählen.Fragt man die Berliner nach ihrer Zufriedenheit mit der Senatsarbeit, so setzt sich auch hier der Image-Gewinn für Diepgen durch. 65 Prozent der Befragten sagen, sie seien mit der Arbeit des Regierenden Bürgermeisters zufrieden zwei Prozent mehr als im August. Ebenfalls 65 Prozent äußern sich positiv über die Kulturpolitik des Senats, 50 Prozent bewerten die Sicherheitspolitik unter Innensenator Eckart Werthebach (CDU) als zufrieden stellend. Auch die Zustimmung zur Finanzpolitik hat zugenommen: 30 Prozent der Berliner sind mit der Arbeit von Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing (SPD) einverstanden. "Insgesamt zeigt sich über die letzten Monate eine deutliche Imageverbesserung des Senats, offenbar vor allem vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der rot-grünen Koalition in Bonn", sagen die Meinungsforscher.Die Mehrzahl der Berliner erwartet deshalb auch eine Fortsetzung der großen Koalition in Berlin: 62 Prozent der Berliner rechnen nach der Wahl am 10. Oktober wieder mit einem Bündnis von CDU und SPD.ABGEORDNETENHAUSWAHL Keine Mehrheit für rot-grüne Koalition // 62 Prozent der Befragten erwarten, dass die große Koalition von CDU und SPD nach der Wahl fortgesetzt wird.Für Rot-Grün gibt es derzeit keine Mehrheit: Nur 20 Prozent würden die SPD, 15 Prozent die Grünen wählen.Der Regierende Bürgermeister liegt in der Wählergunst weiter vor dem SPD-Spitzenkandidaten Walter Momper.
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