In Thailands Cannabis-Shops soll künftig ein Arzt sitzen. Wer keinen hat, muss schließen.
Das sieht der Entwurf eines Cannabis-Kontrollgesetzes vor, den das Kabinett in Bangkok am Dienstag gebilligt hat. Hanf soll danach nur noch für ärztliche Behandlung und Forschung erlaubt sein. Der Freizeitkonsum wäre dauerhaft verboten.
Gesundheitsminister Pattana Promphat begründete den Schritt mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen. Cannabis müsse der Medizin dienen und nicht dem Rausch, sagte er laut der Bangkok Post.
Tausenden Cannabis-Shops droht die Schließung
Die bisherigen Lizenzen der Läden laufen zwischen 2026 und 2028 nach und nach aus. Verlängert wird nur, wer seinen Shop in eine medizinische Einrichtung mit Arzt vor Ort umbaut. Abgegeben wird dann ausschließlich gegen ein ärztlich unterschriebenes Rezept.
Der Minister rechnet selbst mit einem Kahlschlag. Von rund 11.000 Abgabestellen im Land würden nach drei Jahren nur etwa 2000 die Auflagen für Kliniken erfüllen, hatte er bereits früher in diesem Jahr gesagt, wie die Zeitung berichtet.
Mehr als 10.000 Shops und Anbauflächen sind inzwischen in einem staatlichen Register erfasst. Über eine App lässt sich prüfen, ob ein Laden zugelassen ist. Wer dort fehlt, gilt als illegal, sagte Pattana nach Angaben des Expat-Portals Asean Now.
Was Thailand-Urlauber jetzt wissen müssen
Noch ist der Entwurf kein Gesetz. Er muss erst durch Repräsentantenhaus und Senat, wie das US-Fachportal Marijuana Herald berichtet.
Bis dahin gelten die aktuellen Regeln: Kauf nur ab 20 Jahren, mit Reisepass und Rezept in einem lizenzierten Laden.
Die Kontrollen laufen längst. Seit Oktober 2025 haben Behörden mehr als 1300 Cannabis-Shops überprüft und gegen 40 Betreiber Verfahren eingeleitet. Neue Inspektionsteams sollen nun vor allem in Urlaubsorten wie Phuket oder Pattaya ausschwärmen.
Am gefährlichsten bleibt die Grenze. Cannabis nach Thailand einzuführen, gilt dort selbst mit einem Rezept aus der Heimat als Drogenhandel, warnt das deutschsprachige Thailand-Magazin Wochenblitz.
Auch im Koffer zurück nach Deutschland hat Gras nichts verloren. Das deutsche Cannabisgesetz erlaubt zwar den Besitz kleiner Mengen, die Einfuhr aus dem Ausland ist aber verboten.
Rezeptpflicht in Thailand gilt schon seit 2025
Die Linie selbst ist nicht neu. Bereits im Juni 2025 hatte der damalige Gesundheitsminister Somsak Thepsuthin per Verordnung ein ärztliches Rezept für den Cannabis-Kauf vorgeschrieben.
Eine Verordnung kann die nächste Regierung aber mit einem Federstrich kippen. Das Gesetz soll die Wende dauerhaft festschreiben. Es ist der dritte Anlauf seit 2022, ebenfalls laut Bangkok Post.
Dazu kommen Lizenzen für Anbau, Handel, Ein- und Ausfuhr mit drei Jahren Laufzeit, eine registrierte Plantage für jeden Züchter und deutlich härtere Strafen als bisher.
Wie Thailand zum Kiffer-Paradies wurde
Im Juni 2022 strich Thailand als erstes Land Asiens Cannabis von der Liste der Betäubungsmittel. Binnen Monaten eröffneten Tausende Shops, das Gesundheitsministerium verteilte sogar einen Cannabis-Guide für Touristen.
Angetrieben hatte die Freigabe die Partei Bhumjaithai des heutigen Regierungschefs Anutin Charnvirakul. Nun trägt sie den strengeren Kurs mit, wie das Branchenportal MMJ Daily berichtet.
Die Partei, die Thailand das Kiffer-Paradies beschert hat, räumt es jetzt selbst wieder ab. Für die Betreiber, die Millionen in Anbau und Läden gesteckt haben, kommt das Ende mit Ansage, aber ohne Entschädigung.
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