Nur noch vier Beschuldigte stehen unter Verdacht

Ermittlungen zum Tempodrom teils eingestellt

Jan Thomsen
2 Min

In der Affäre um das insolvente Kulturhaus Tempodrom hat die Staatsanwaltschaft einen Teil ihrer Ermittlungen gegen Politiker und Manager eingestellt. So wird gegen Ex-Bausenator Peter Strieder (SPD), der vor anderthalb Jahren wegen der Affäre zurücktrat, nun nicht mehr wegen Untreueverdachts ermittelt. Ihm war vorgeworfen worden, dass mit seiner Unterstützung das private Bauprojekt am Anhalter Bahnhof fast nur mit Geld öffentlicher Quellen finanziert wurde. Das Tempodrom hatte mit mehr als 30 Millionen Euro doppelt so viel gekostet wie geplant. Das Geld kam vom Land, vom Bund, der EU und aus Lottomitteln. Dazu übernahm Berlin eine Bürgschaft von rund zehn Millionen Euro, die nun nach der Pleite fällig werden könnte.Ebenfalls eingestellt sind die Ermittlungen gegen die ehemaligen CDU-Staatssekretäre Hugo Holzinger und Volker Liepelt. Sie hatten den Bürgschaftsvertrag unterzeichnet, der das Land später zu immer neuen, teuren Rettungsaktionen zwang. Auch der Untreueverdacht gegen Degewo-Chef Thies-Martin Brandt, Ex-Wasserbetriebe-Vorstand Thomas Mecke und DB-Chef Hartmut Mehdorn wurde fallen gelassen. Sie hatten der SPD im Wahlkampf 2001 vermeintlich falsch verrechnete Spenden gewährt, auf Initiative des Tempodrom-Förderers und Ex-Baulöwen Roland Specker. Gegen ihn und Strieder wird immer noch wegen Korruptionsverdachts ermittelt, gegen die Tempodrom-Gründer Irene Moessinger und Norbert Waehl besteht weiterhin Untreueverdacht. (jan.)

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