Im vorpommerschen Lubmin haben am Sonntag rund 3000 Menschen für die Öffnung der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 und gegen die Energiepolitik der Bundesregierung demonstriert. Um die aktuell stark gestiegenen Gaspreise in den Griff zu bekommen, so forderten die Veranstalter, brauche es auch ein Ende der gegen Russland wegen des Angriffskriegs in der Ukraine verhängten Sanktionen. Die Veranstalter hatten im Vorfeld mit rund 5000 Teilnehmern gerechnet.
Stattgefunden hat die Demonstration, bei der sowohl deutsche als auch russische Flaggen in die Höhe gereckt wurden, unter dem Motto „Damit unsere Heimat eine Zukunft hat - Nord Stream 2 endlich öffnen“. In Lubmin befindet sich die deutschseitige Anlandestation der erst kürzlich fertiggestellten Ostsee-Pipeline. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte die Bundesregierung die Inbetriebnahme ausgeschlossen.
Russischer Botschafter bietet Inbetriebnahme von Nord Stream 2 an
Gegenprotest: „Russland ist ein Terrorstaat “
Obwohl die Kundgebung laut Polizeiangaben weitestgehend friedlich verlief, kam es zu einem kurzen Zusammenstoß mit pro-ukrainischen Gegendemonstranten. Auf einem Video des Vorfalls ist zunächst das überwiegend sitzende Publikum der Kundgebung zu sehen. Schließlich stellen sich drei Personen vor die Bühne, eine von ihnen in eine ukrainische Flagge gehüllt. Eine andere hält ein Schild mit der Aufschrift „Russland ist ein Terrorstaat“ in den Händen. Nach wenigen Sekunden werden sie jedoch bereits von Ordnern zurückgedrängt.
Eine ähnliche Kundgebung hatte bereits vor einigen Wochen in Lubmin stattgefunden. In beiden Fällen zählte Martin Klein von der Partei Die Basis zu den Organisatoren. Dieser zählt zu den bekannteren Gesichtern der Querdenker-Bewegung und sorgte mit einem umstrittenen Auftritt bei einer Corona-Demo Anfang des Jahres für Aufsehen. So hatte Klein bei dem Protest auf dem Greifswalder Marktplatz unter anderem ein „Nürnberg 2.0“ für die in seinen Augen „schuldige“ Bundesregierung gefordert.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]