Die Ölkonzerne Shell und TotalEnergies haben im dritten Quartal 2026 ihre höchsten Gewinne seit 2022 erzielt. Die Gewinne stiegen vor allem wegen höherer Energiepreise infolge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran und wegen der hohen Margen im Raffineriegeschäft. Beide Unternehmen übertrafen die Erwartungen von Analysten und kündigten umfangreiche Aktienrückkäufe an.
Der britische Konzern Shell meldete am Donnerstag für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von 10,8 Milliarden US-Dollar. Das war fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der französische Konkurrent TotalEnergies steigerte seinen bereinigten Gewinn von vier auf 9,1 Milliarden US-Dollar.
Raffineriemargen auf Rekordniveau
Besonders hohe Gewinne erzielten die Konzerne im Raffineriegeschäft, also bei der Verarbeitung von Rohöl zu Benzin, Diesel und anderen Produkten. Die Raffineriemargen – die Differenz zwischen dem Wert der hergestellten Produkte und den Kosten für das eingesetzte Rohöl – waren fast viermal so hoch wie ein Jahr zuvor. Bei Shell erreichten sie 42 Dollar je Barrel, bei TotalEnergies 33,20 Dollar.
Der seit Ende Februar andauernde Krieg gegen den Iran hat die weltweite Energieversorgung erheblich beeinträchtigt. Während Verbraucher und Industrie unter höheren Preisen leiden, steigen die Einnahmen der Ölkonzerne.
Milliarden für die Aktionäre
Shell will nun für fünf statt drei Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen. TotalEnergies plant Aktienrückkäufe von jeweils 2,5 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2026 und im ersten Quartal 2027. Mit dem Rückkauf eigener Aktien lassen die Konzerne ihre Aktionäre an den hohen Gewinnen teilhaben. Weil dadurch weniger Aktien im Umlauf sind, kann der Wert der übrigen Aktien steigen.
Die hohen Gewinne erzielten beide Konzerne trotz Rückgängen in Teilen ihres Geschäfts. Shells Gassparte förderte in den ersten neun Monaten 17 Prozent weniger Öl und Gas als im Vorjahreszeitraum, vor allem wegen kriegsbedingter Ausfälle in Katar. Zugleich senkte der Konzern seine geplanten Investitionen für 2026 auf 23 bis 25 Milliarden Dollar.
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