Am Rande der UN-Generalversammlung in New York haben Vertreter der USA und des Iran erstmals nach Monaten wieder verhandelt. US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag (Ortszeit) vor Reportern, der Austausch habe rund drei Stunden gedauert und sei „sehr gut“ verlaufen, wie die dpa berichtete.
Auf US-Seite nahmen laut Trump sein Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner teil, auf iranischer Seite Außenminister Abbas Araghtschi.
Witkoff präzisierte auf der Plattform X, es habe sich um indirekte Gespräche gehandelt. Vermittler seien zwischen beiden Delegationen gependelt. Man hoffe, dass sich die Runde als konstruktiv erweise.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, bestätigte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, die Vermittlung sei durch Katar erfolgt. Die New York Times nannte unter Berufung auf zwei iranische Beamte Pakistan und Katar als Vermittler.
Bedingungen für die Straße von Hormus
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters übermittelte Araghtschi der US-Seite die Bedingungen Teherans für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus. Dazu zählten die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie ein Ende des Kriegs an allen Fronten des sogenannten Widerstands, wie iranische Staatsmedien berichteten.
Der arabische Sender Al-Arabija meldete unter Berufung auf einen US-Vertreter, die amerikanische Delegation habe die Forderung nach Aufhebung der Seeblockade zurückgewiesen.
Die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Meerenge ist seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert. Nach Daten des Schiffsdienstleisters Kpler, die Reuters vorlagen, passierten am Dienstag lediglich drei von Kpler erfasste Schiffe im Rohstofftransport die Straße von Hormus.
Der Zehn-Tage-Durchschnitt liegt bei etwa 15 solchen Schiffen. Vor dem Krieg wurde über die Meerenge rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Gases transportiert.
Drohungen und Aussicht auf Fortsetzung
Trump stellte laut dpa eine baldige Fortsetzung der Gespräche in Aussicht, nannte jedoch keine Details. In seiner Rede vor den Vereinten Nationen skizzierte er zwei Optionen: ein Abkommen, das dem Iran wirtschaftliche Erholung erlaube, oder eine militärische Vernichtung der Islamischen Republik.
Der iranische Generalstab sprach nach Trumps Rede von „feindseligen Äußerungen“ und erklärte in einer über Staatsmedien verbreiteten Mitteilung, man sei zu noch härteren Schlägen bereit. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) wollte am Mittwoch in New York ebenfalls mit Araghtschi zusammenkommen.
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