Der frühere Bundestagsabgeordneter Özcan Mutlu ist wegen der Gelbhaar-Affäre bei den Berliner Grünen ausgetreten. Das teilt er in einem offenen Brief mit, der der Berliner Zeitung vorliegt. Mutlu ist seit 1990 in der Partei, saß im Abgeordnetenhaus und im Bundestag.
„Aber jetzt ist genug! Das, was Stefan Gelbhaar widerfahren ist, kenne ich aus eigener Erfahrung nur allzu gut. Die aktuellen Vorfälle sind kein isolierter Einzelfall, sondern Ausdruck eines tief verwurzelten strukturellen Problems im grünen Landesverband Berlin. Für eine Partei, die sich sonst moralisch über andere erhebt, ist es geradezu heuchlerisch und beschämend, einen Abgeordneten mit falschen Anschuldigungen derart skrupellos kaltzustellen“, heißt es in dem Schreiben.
Özcan Mutlu: Diese Vorwürfe werden ihm gemacht
Mehrere Frauen werfen Stefan Gelbhaar sexuelle Belästigung vor – ein Teil davon stellt sich jetzt als unwahr heraus. Mutlu sieht in dem Fall Stefan Gelbhaar explizit auch Parallelen zu Tanja Prinz, die im Dezember 2023 ohne Gegenkandidatin bei der Wahl zur Landesvorsitzenden dreimal nicht gewählt wurde. Aber auch zu sich selbst. Multu wird bis heute vorgeworfen, dass er gezielt Mitglieder für die Grünen geworben habe, damit sie ihn als Direktkandidaten für Berlin-Mitte nominieren. Davon beeindruckt, wurde schließlich Hanna Steinmüller nominiert.
Mutlu schreibt dazu: „Dieses Verhalten offenbart ein tief verankertes strukturelles Problem, das in der Parteikultur der Berliner Grünen verwurzelt ist. Solche Vorgänge schaden nicht nur den betroffenen Einzelpersonen, sondern untergraben das Vertrauen in die Politik und die demokratische Kultur insgesamt. Sie zerstören Karrieren, vergiften das Arbeitsklima und entmutigen engagierte Menschen, sich politisch zu beteiligen. “
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