Spanien hat die Militär- und Polizeipräsenz an der Grenze seiner Exklave Ceuta in Nordafrika verstärkt, wie Reuters berichtet.
Vor rund zwei Wochen hatten laut Angaben der spanischen Regierung mehr als 72.000 Menschen die Exklave betreten. Der Minister für Territorialpolitik, Ángel Víctor Torres, sprach laut dpa Anfang der Woche von einer neueren Schätzung von rund 80.000 Menschen.
Mindestens 96 Menschen kamen laut Reuters ums Leben. Die große Mehrheit kehrte dem Bericht zufolge kurz darauf nach Marokko zurück. Nach Angaben von Reuters verbreiteten sich in sozialen Netzwerken Aufrufe, die für den 15. August zu einem ähnlichen Andrang aufrufen.
Wie reagieren Spanien und Marokko?
Der 15. August ist in Spanien ein Nationalfeiertag. Reuters berichtet, dass Behörden in Madrid und Rabat die Online-Beiträge beobachten und ihre Reaktion koordinieren. Marokko drohte demnach damit, Organisatoren und Teilnehmer strafrechtlich zu verfolgen.
Spanien hat seine Sicherheitspräsenz in Ceuta deutlich verstärkt. Laut Politico wurde das Personal der Exklave um 300 zusätzliche Polizisten und 2000 Soldaten aufgestockt. Zudem wurde eine schwimmende Sperre im Meer installiert, wie Reuters berichtet.
Innenminister Fernando Grande-Marlaska reiste laut Politico am Donnerstag nach Ceuta, um die Grenzinfrastruktur und die neue Seebarriere zu inspizieren. Diese soll verhindern, dass Menschen in die Stadt schwimmen.
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Auf marokkanischer Seite zeigten lokale Medien laut Reuters ein verstärktes Sicherheitsaufgebot, unter anderem neuen Stacheldraht an den Zäunen, auch nahe einer weiteren spanischen Exklave, Melilla. In Städten wie Casablanca, Fès und Kenitra seien mehrere Gruppen von Behörden daran gehindert worden, Züge und Busse in den Norden zu besteigen.
Die Ceuta-Krise sorgte für Spannungen innerhalb der EU und heizte die Debatte über irreguläre Migration in Europa erneut an. So führte etwa Italien Kontrollen für Reisende aus Spanien ein; Spanien kündigte daraufhin eigene Grenzkontrollen für Reisende aus Italien ein, die per Flugzeug oder Schiff ankommen.
Was sagt der spanische Innenminister?
„Wir tun dies, um jeden abzuschrecken, der anstrebt, irregulär nach Ceuta und Melilla einzureisen“, sagte Grande-Marlaska Politico zufolge. „Keiner von ihnen wird in Ceuta bleiben, keiner von ihnen wird die Iberische Halbinsel erreichen, keiner von ihnen wird einen legalen Status erhalten.“
Der Minister fügte laut Reuters hinzu, man werde „weiterhin so viel Personal einsetzen, wie nötig ist“. Etwa 5000 Migranten befänden sich noch in Ceuta. Es sei bereits über mehr als 500 Asylfälle entschieden worden – die meisten davon abgelehnt. Wer irregulär eingereist sei, dürfe außer in seltenen Fällen extremer Schutzbedürftigkeit nicht bleiben.
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