Rund 200 Einwohner von Altlandsberg (Märkisch-Oderland) und Bürger aus Nachbargemeinden demonstrierten am Sonnabend auf dem Marktplatz für die seit mehr als acht Jahren geplante Ortsumgehung. Anschließend wurden für etwa zehn Minuten die durch die Stadt führende Landesstraße 33 nach Strausberg sowie deren Zufahrtsstraßen blockiert. Zu der Aktion hatten alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen sowie ortsansässige Vereine aufgerufen.Im August sollte Baubeginn sein für die Umgehungsstraße, "doch bisher tut sich nichts", sagte Bürgermeister Ravindra Gujjula (SPD). Deshalb müsse die 4 500 Einwohner zählende Stadt ein nachhaltiges Zeichen setzen. Von der neuen Landesregierung erwarte er, dass die Versprechungen, die auch im Wahlkampf gemacht wurden, endlich eingehalten würden. Ansonsten werde die Blockade nicht die letzte Aktion gewesen sein.Hinhaltetaktik des Landes?Neuenhagens Bürgermeister Klaus Ahrens (CDU) forderte während der Blockade eine funktionierende Infrastruktur für die sich im Umland ansiedelnde Wirtschaft. Dazu gehöre auch ein entsprechendes Verkehrsnetz. Er habe Mitleid mit den Altlandsbergern wegen des täglichen Verkehrschaos, sagte Wolfgang Thamm, parteiloses Ortsoberhaupt von Fredersdorf-Vogelsdorf. Für die Firmen im Gewerbe-gebiet Fredersdorf-Nord sei die Hinhaltetaktik durch die Landesregierung regelrecht geschäftsschädigend.Der Bau der rund 6,5 Kilometer langen Ortsumgehung würde nicht nur Altlandsberg, sondern auch die Nachbargemeinden spürbar vor allem vom Schwerlast- und Lkw-Verkehr entlasten. Die neue Trasse soll von Seeberg an den Gewerbegebieten von Neuenhagen und Fredersdorf-Nord vorbeiführen, Altlandsberg umgehen und bei Radebrück wieder auf die L 33 treffen. Täglich quälen sich bis zu 25 000 Fahrzeuge durch das historische Ortszentrum, für dessen Restaurierung in den letzten vier Jahren mehr als 25 Millionen Mark ausgegeben worden sind. (md.)
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