Die Wurstmarke „Eberswalder“ wird künftig vor allem in Zerbst im Landkreis Anhalt-Bitterfeld produziert. Zuvor hatte der Hersteller sein Werk in Brandenburg dichtgemacht. Waren der Marke entstehen laut Unternehmen schon jetzt bei der Anhalter Fleischwaren GmbH, und dieser Standort soll weiter an Gewicht gewinnen.
In Zerbst arbeiten knapp 700 Beschäftigte. Das Werk liefert Markenartikel und Eigenmarken an den Lebensmitteleinzelhandel und an Discounter. Das Unternehmen betont, dass eine Marke aus dem Osten auch dort bleiben solle.
Fleisch- und Wurstwaren werden in Zerbst nach Firmenangaben seit über einem Jahrhundert hergestellt. Im Mittelpunkt standen dort stets traditionelle, handwerkliche Rezepte.
Axel Knau, Geschäftsführer Anhalter Fleischwaren, Gerd Buggisch, Werkleiter Anhalter Fleischwaren, Andreas Dittmann, Bürgermeister Stadt Zerbst/Anhalt, Andy Grabner, Landrat des Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Sebastian Kühn, Geschäftsführer EWN Eberswalder und Simon Büdgenbach, Produktionsleiter Anhalter Fleischwaren (v.l.), enthüllen das Firmenlogo von Eberswalder am neuen Standort in Zerbst.
© Heiko Rebsch/dpa
Marke mit fast 50 Jahren Geschichte
Geschäftsführer Sebastian Kühn sagte, Verbraucher in Ostdeutschland kennen die Wurst seit fast 50 Jahren und verbänden sie mit Vertrautheit, Heimat und bodenständiger Qualität. Jedes dritte Marken-Würstchen im Osten stamme von „Eberswalder“.
Von den rund 300 Artikeln der Marke soll künftig der größte Teil in Zerbst entstehen. Zwei weitere Werke in Suhl und Chemnitz stellen ebenfalls „Eberswalder“-Ware her. Einzelne Produkte in Glas und Dose kommen aus einer Produktion in Norddeutschland. Insgesamt stammen 95 Prozent der Produkte aus ostdeutschen Betrieben.
Schließung in Britz
Zu Jahresbeginn war die Wurstfabrik in Britz bei Eberswalde, nordöstlich von Berlin, nach fast 50 Jahren stillgelegt worden. Dort hatten 500 Menschen gearbeitet. Der Hersteller gehört zur Zur-Mühlen-Gruppe und damit zum nordrhein-westfälischen Fleischkonzern Tönnies. Als Grund für die Schließung nannte er die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) kritisierte eine „rücksichtslose Rendite- und Marktbereinigungspolitik“. Der deutsche Fleischmarkt wird von wenigen großen Unternehmen dominiert.
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