Der aus dem Nordatlantik verirrte Buckelwal Hartwin ist erstmals in deutschen Gewässern gesichtet worden. Tierschützer sprechen von einem Worst-Case-Szenario und äußern sich extrem besorgt über den Zustand des Tieres.
Der Buckelwal Hartwin ist inzwischen tief in die Ostsee vorgedrungen und wurde am Donnerstag vor der schleswig-holsteinischen Küste bei Dazendorf und Heiligenhafen gesehen. Das teilte die Tierschutzorganisation „Stranded No More“ auf Facebook mit. Das sei das Worst-Case-Szenario, denn er sei in einem schlechten Zustand, schrieb die Organisation. Man sei „extrem besorgt“. Ein Video eines Facebook-Nutzers zeigt die Walsichtung. Sollte Hartwin seinen Kurs beibehalten, würde er schließlich auch Mecklenburg-Vorpommern erreichen.
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Auffällige Veränderungen am Körper: Skoliose?
Bereits vor rund einer Woche hatten die Tierschützer bei einer Sichtung im dänischen Aarhus auf zwei auffällige Veränderungen am Tier hingewiesen. Zum einen verfärbe sich Hartwins Haut zunehmend weißlich, und dies breite sich mittlerweile über den gesamten Körper aus. Zum anderen zeige ein Video möglicherweise eine Verkrümmung der Wirbelsäule, hieß es. Ganz sicher sei man sich jedoch nicht; es würden weitere Bilder und Videos benötigt.
Eine solche Krümmung – als Skoliose bezeichnet – werde sowohl bei frei lebenden als auch bei in Gefangenschaft gehaltenen Walen beobachtet und entwickle sich in der Regel über längere Zeit, erklärte die Organisation. Sie könne angeboren oder erworben sein. Dokumentiert seien auch Fälle einer akut erworbenen Skoliose nach Schiffskollisionen: Selbst ohne Knochenbrüche könne ein starkes Weichteiltrauma eine sichtbare Krümmung verursachen.
Hartwin habe zuvor eine Interaktion mit einem Segelboot gehabt, teilten die Tierschützer mit. Sie betonten jedoch, hieraus keinen ursächlichen Zusammenhang ableiten zu wollen. Dafür seien weitere Informationen und Aufnahmen notwendig. Auch Infektionskrankheiten kämen als Auslöser in Betracht, allerdings mit einem langsameren Verlauf.
Erst Anfang Mai war Buckelwal „Timmy“ nach einer Rettungsaktion freigelassen und anschließend tot an einen dänischen Strand gespült worden. Zuvor saß der Wal wochenlang an der deutschen Küste bei Mecklenburg-Vorpommern fest, während sich sein Zustand stetig verschlechterte.
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