Luftverkehr

Ein-China-Politik: Pakistan sperrt taiwanische Airlines aus – Europaflüge wieder über Russland

China Airlines und Eva Air ändern ihre Europastrecken. Pakistans Verteidigungsminister begründet die Überflugsperre mit der Ein-China-Politik.

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Eine Maschine der taiwanischen Fluggesellschaft Eva Air in Taipeh. Das Unternehmen hat seine Europaflüge nach der pakistanischen Überflugsperre umgeleitet.

Eine Maschine der taiwanischen Fluggesellschaft Eva Air in Taipeh. Das Unternehmen hat seine Europaflüge nach der pakistanischen Überflugsperre umgeleitet.

© Wirestock/imago

Pakistan hat taiwanischen Fluggesellschaften unter Verweis auf seine Ein-China-Politik die Nutzung seines Luftraums verweigert. Das sagte Verteidigungsminister Khawaja Asif am Mittwoch der Nachrichtenagentur Bloomberg. China Airlines und Eva Air haben ihre Flugrouten zwischen Asien und Europa bereits geändert.

Einige Verbindungen führen nun wieder über Russland, dessen Luftraum die Unternehmen seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine eigentlich gemieden hatten.

Asif erklärte Bloomberg zufolge, die zuständige Luftfahrtabteilung folge der Ein-China-Politik und lasse nur Fluggesellschaften vom chinesischen Festland zu. China betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als Teil seines Staatsgebiets. Pakistan unterhält enge politische, wirtschaftliche und militärische Beziehungen zu Peking.

Europaflüge nehmen andere Routen

Nach einer Auswertung von Flightradar24-Daten durch Bloomberg haben China Airlines und Eva Air seit dem Morgen des 25. Oktober den pakistanischen Luftraum nicht mehr überflogen. Mindestens ein Dutzend ihrer Flüge zwischen Asien und Europa führte seit Sonntag über Russland. Andere Maschinen wichen weiter nach Süden über Teile Südasiens und den Nahen Osten aus. Diese Umwege können die Flugzeit verlängern.

Die taiwanische Nachrichtenagentur CNA berichtete ebenfalls über die Rückkehr auf russische Flugrouten. Demnach nutzten zuletzt China-Airlines-Flüge nach Rom sowie Eva-Air-Verbindungen nach München, Paris und Mailand wieder den russischen Luftraum.

Taiwans Verkehrsminister Chen Shih-kai sagte CNA zufolge, die Fluggesellschaften beantragten die Überflüge selbst. Die Luftfahrtbehörde verwalte die Verbindungen zwischen Ausgangs- und Zielflughäfen, die konkrete Streckenführung liege jedoch bei den Unternehmen. Sein Ministerium respektiere deren Entscheidungen.

Taiwans Verkehrsminister bestätigt Auslöser nicht

Ob verweigerte Überfluggenehmigungen aus Pakistan hinter den Änderungen stehen, bestätigte Chen nicht ausdrücklich. Auf eine entsprechende Frage verwies er laut CNA auf Sicherheit, Flugzeit und Kosten als Kriterien der Fluggesellschaften.

Der öffentlich-rechtliche taiwanische Sender PTS hatte bereits am Montag über die veränderten Routen berichtet. Der Luftfahrtexperte Lu Yen-liang von der Chaoyang University erklärte dem Sender, Pakistan erlaube taiwanischen Airlines seit dem Wechsel zum Winterflugplan keine Überflüge. Als Alternativen nannte er eine südlichere Route über die Arabische Halbinsel oder die Nordroute über Russland.

China Airlines und Eva Air lehnten gegenüber Bloomberg eine Stellungnahme ab. Taiwans Luftfahrtbehörde äußerte sich nicht zu den Umleitungen. Sie erklärte jedoch, taiwanischen Fluggesellschaften Überflüge über Russland nie verboten zu haben. Seit Februar 2022 hatten die Unternehmen diesen Luftraum freiwillig gemieden.

Enge Beziehungen zwischen Pakistan und China

Was die pakistanische Entscheidung ausgelöst hat, blieb zunächst unklar. Pakistan hatte seine Unterstützung für Pekings Position in der Taiwanfrage bereits im Januar bekräftigt. Das pakistanische Außenministerium bezeichnete Taiwan damals als untrennbaren Teil Chinas.

China hat im Rahmen seiner Infrastrukturinitiative „Neue Seidenstraße“ Milliarden in Pakistan investiert und ist dessen größter Waffenlieferant. Nach Angaben von Bloomberg gehen die neuen pakistanischen Beschränkungen sogar über die Praxis Pekings hinaus: China selbst lässt taiwanische Fluggesellschaften sein Territorium überfliegen.

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