Die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt erhält eine Ladung Rohöl aus Südamerika über den polnischen Hafen Danzig. Das teilte der polnische Kraftstoffhändler Unimot Paliwa am Montag mit. Die Lieferung sei ein Ausgleich für ausbleibendes Öl aus Kasachstan, nachdem Russland im Mai die Durchleitung durch die Pipeline Druschba gestoppt habe.
Die polnische See- und Transportinfrastruktur diene in diesem Fall der Versorgungssicherheit beider Länder, sagte Unimot-Vizepräsident Robert Brzozowski laut der Mitteilung.
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Ersatz für ein Fünftel der verarbeiteten Menge
Ein Sprecher des PCK-Eigners Rosneft Deutschland bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Lieferung über Polen. Eine genaue Menge wurde nicht genannt, es handele sich um einen Tanker. Die Ladung ermögliche einen stabilen Betrieb der Anlagen bei rund 80 Prozent der Kapazität.
Das kasachische Rohöl, dessen Durchleitung Russland im Mai gestoppt hatte, machte etwa ein Fünftel der in Schwedt verarbeiteten Menge aus. Die Auslastung der Raffinerie lag nach Angaben der Landesregierung zuletzt bei 82 Prozent. Von Danzig aus wird das Öl durch die polnische Pipeline PERN nach Schwedt gepumpt. PERN hatte nach der russischen Blockade erklärt, jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen Öl nach Schwedt transportieren zu können.
Wichtig für die Mineralölversorgung von Ostdeutschland
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach der Deutschen Presse-Agentur gegenüber von einer erfreulichen Nachricht. „Die ausbleibenden Lieferungen aus Kasachstan können so ausgeglichen werden“, sagte er. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass alle Beteiligten alles täten, um den Standort und die Versorgung mit Mineralöl in Ostdeutschland dauerhaft zu sichern.
Der Brandenburger Linke-Bundestagsabgeordnete Christian Görke sieht dagegen keine Entwarnung. „Das guyanische Öl ist kein Schweröl so wie das aus Kasachstan und kann damit nur deutlich weniger wirtschaftlich für die Raffinerie genutzt werden“, sagte Görke der Deutschen Presse-Agentur. Er warb dafür, kurzfristig Öl über die russischen Häfen Ust-Luga an der Ostsee oder Noworossijsk am Schwarzen Meer zu beziehen.
Seit Anfang 2023 fließt wegen des Embargos infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kein russisches Öl mehr zur PCK-Raffinerie. Der Betrieb mit rund 1200 Beschäftigten versorgt Teile Berlins, Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns mit Kraftstoffen sowie jährlich zwei Millionen Tonnen Treibstoff für Westpolen.
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