Der erste Stadtkommandant in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg und sowjetische General, Nikolaj Bersarin, soll am 8. Mai 2003 die Ehrenbürgerwürde des Landes Berlin zurückerhalten. Dies kündigte die PDS-Abgeordnete Gesine Lötzsch am Freitag an. Bersarin war der Ehrentitel im Jahr 1992, als die Ehrenbürgerlisten von West- und Ost-Berlin vereinigt wurden, aberkannt worden. Seitdem wird in der Stadt heftig über die Auszeichnung für den schon im Juni 1945 bei einem Motorradunfall verstorbenen General diskutiert.Die PDS-Abgeordnete Lötzsch verwies auf den Koalitionsvertrag. Dort sei in den "Protokollnotizen" vereinbart, Bersarin wieder in die Ehrenbürgerliste aufzunehmen. Wegen des Streits um das geplante Rosa-Luxemburg-Denkmal oder um die Verleihung der Louise-Schroeder-Medaille an die Schriftstellerin Daniela Dahn habe der rot-rote Senat das Thema Bersarin vertagt. Das Abgeordnetenhaus hatte schon im Jahr 2000 mit den Stimmen von SPD, PDS und Grünen den Beschluss gefasst, Bersarin wieder zum Ehrenbürger zu ernennen. Der damalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) verweigerte aber die Zustimmung. Eine Ehrenbürgerwürde kann nur vom Senat verliehen werden.Nach Angaben von Lötzsch wird die Veranstaltung anlässlich des Jahrestages der Kapitulation Deutschlands 1945 stattfinden. "In einem angemessenen Rahmen im Roten Rathaus", sagte die PDS-Politikerin. Zu dem Festakt werde auch die Enkelin Bersarins, Alexandra Lazuk, eingeladen.Im Roten Rathaus ist von solchen Planungen nichts bekannt. "Es gibt keinen konkreten Zeitplan", sagte Senatssprecher Michael Donnermeyer. Mit der Verleihung von Ehrenbürgerwürden müsse man "angemessen", also auch zurückhaltend umgehen. In diesem Jahr habe der Senat schon zwei Persönlichkeiten - Egon Bahr und Marlene Dietrich - ausgezeichnet. Unterstützung für die PDS gibt es aber von der SPD-Fraktion und den Grünen. Die FDP lehnt das Vorhaben nicht grundsätzlich ab, will aber noch mehr über das Leben Bersarins erfahren. Die CDU bleibt bei ihrer Ablehnung. "Die rot-rote Koalition sollte sich besser um die wirklich wichtigen Dinge kümmern, anstatt immer mit Symbolthemen zu provozieren", sagte der CDU-Abgeordnete Frank Henkel. Die Ehrenbürgerwürde sei eine hohe Auszeichnung, Bersarin habe 1945 nur "seine Pflicht" getan.
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