Singapur

Billige Blüten: Aufdruck „COPY“ auf Geldnote lässt Fälscherpaar auffliegen

Am Schalter des Casinos wollte ein Mann 150.000 Singapur-Dollar auf sein Spielerkonto einzahlen. Die Spur führte in ein Hotelzimmer und zu einer mutmaßlichen Mittäterin.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Das Marina Bay Sands prägt die Skyline am Singapore River in Singapur.

Das Marina Bay Sands prägt die Skyline am Singapore River in Singapur.

© Khairu Syukrillah/imago

Zwei chinesische Staatsbürger müssen sich in Singapur wegen mutmaßlicher Geldfälschung vor Gericht verantworten. Die Anklage sollte am Mittwoch erhoben werden, wie die Polizei mitteilte.

Aufgeflogen war die Sache, weil auf einem gefälschten 100-Singapur-Dollar-Schein – umgerechnet rund 66 Euro – gut sichtbar das englische Wort „COPY“ für „Kopie“ aufgedruckt war. Über den Fall berichteten auch die singapurische Zeitung The Straits Times und der Sender Channel News Asia.

Kassierer schöpfte Verdacht

Der Fall begann nach Polizeiangaben am Montagmorgen gegen 3.50 Uhr Ortszeit im Casino des Luxushotels Marina Bay Sands. Ein 33-jähriger Mann übergab am Schalter 150.000 Singapur-Dollar in bar, umgerechnet etwa 99.000 Euro, und wollte den Betrag auf sein Spielerkonto einzahlen lassen. Beim Nachzählen bemerkte der Kassierer den Aufdruck „COPY“ auf einem der Scheine und rief die Polizei.

Beamte begleiteten den Mann anschließend in sein Hotelzimmer. Dabei trafen sie nach Angaben der Ermittler eine 25-jährige Frau, die den Raum gerade mit einem Drucker verließ. Bei ihr fanden die Beamten 121 weitere gefälschte 100-Dollar-Scheine. Sichergestellt wurden außerdem Tinte, Papier und ein Papierschneider – Utensilien, die nach Einschätzung der Polizei zum Herstellen der Blüten dienten.

Bis zu 20 Jahre Haft möglich

Den beiden Beschuldigten wird gemeinschaftliche Geldfälschung vorgeworfen. Darauf stehen in Singapur bis zu 20 Jahre Haft.

Die Polizei rief die Bevölkerung auf, verdächtige Banknoten möglichst wenig anzufassen, in einer Hülle aufzubewahren und den Behörden zu übergeben. Zeugen sollten sich zudem das Aussehen der Person merken, von der sie den verdächtigen Schein erhalten haben.

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