Großbritannien

Plan B wegen Omikron: Johnson kündigt Verschärfung von Corona-Regeln an

Eigentlich wollte Boris Johnson die Rückkehr zu Corona-Maßnahmen nach dem „Freedom Day“ unbedingt vermeiden. Omikron ändert die Lage allerdings.

Team News Eva Maria Braungart dpa/eb
3 Min
Boris Johnson bei der Ankündigung schärferer Corona-Maßnahmen.

Boris Johnson bei der Ankündigung schärferer Corona-Maßnahmen.

© AFP/Adrian Dennisl

In Großbritannien wurden Johnson zufolge bisher durch Genom-Sequenzierung bereits 568 Omikron-Fälle bestätigt. Die wahre Zahl sei aber wohl noch viel höher und verdopple sich derzeit wohl alle zwei bis drei Tage, fuhr der Premier fort. Regierungsexperten zufolge könnte Omikron schon in wenigen Wochen für die Mehrheit der Neuinfektionen in Großbritannien verantwortlich sein.

Die Maßnahmen sehen unter anderem die Aufforderung zum Arbeiten von zuhause vor, zudem eine Maskenpflicht für Theater und andere Innenräume sowie die Pflicht zum Vorlegen eines Immunitätsnachweises oder eines negativen Testergebnisses beim Einlass zu Großveranstaltungen und Nachtclubs. Die Regelungen sollen im Laufe der kommenden sieben Tage schrittweise in Kraft treten.

Johnson steht wegen Weihnachtsparty in der Kritik

Eigentlich wollte Johnson eine Rückkehr zu Corona-Maßnahmen nach deren fast vollständiger Aufhebung zum „Freedom Day“ am 19. Juli unbedingt vermeiden. Der Tory-Politiker hatte die schrittweisen Lockerungen stets als „vorsichtig, aber unumkehrbar“ bezeichnet. Später schuf er sich jedoch mit Plan B eine Hintertür.

Kleinere Schritte wie die Wiedereinführung einer Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln hatte die Regierung bereits vollzogen. Gegen schärfere Maßnahmen gab es jedoch in Johnsons Konservativer Partei erheblichen Widerstand.

Zuletzt wurde der britische Premierminister scharf kritisiert. Wegen ihrer Verwicklung in den Skandal um eine mutmaßliche Weihnachtsfeier im britischen Regierungssitz ist seine ehemalige Sprecherin nun zurückgetreten. Allegra Stratton, die als Vertraute von Johnsons Ehefrau Carrie Johnson gilt, war zuletzt Sprecherin der britischen Regierung für die UN-Klimakonferenzen.

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Johnson entschuldigt sich für Auftritt seiner Sprecherin

Die ehemalige Journalistin war Hauptfigur in einem am Dienstagabend veröffentlichten Video, das landesweit für Empörung sorgt. Darin scheinen Stratton und andere Mitarbeiter zu überlegen, wie sie eine Weihnachtsfeier in der Downing Street während des Corona-Lockdowns vor einem Jahr rechtfertigen könnten. „Bei dieser fiktionalen Party hat es sich um ein Geschäftstreffen gehandelt, und es gab keine sozialen Abstandsregeln“, sagt Stratton darin lachend.

Medien berichten, dass Dutzende Mitarbeiter am 18. Dezember 2020 eine Weihnachtsfeier in der Downing Street gefeiert hätten. Der Premierminister betont, ihm sei versichert worden, dass es keine Party gegeben habe und zu jeder Zeit Corona-Regeln eingehalten worden seien. Für das Video entschuldigte er sich im Parlament.

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