"Planwerk Innenstadt": Senat verzichtet auf zwei Straßen

Zur Karl-Marx-Allee führt kein zusätzlicher Weg

Michael Prellberg
2 Min

Es wird keine neue Landsberger Straße geben, auf der Autos zur Karl-Marx-Allee fahren können. Auch die Pläne für eine neue Landwehrstraße sind aufgegeben worden. "Auf der Spur der früheren Landsberger Straße wird der Verkehr nur für Radfahrer und Fußgänger freigegeben", sagte Senatsbaudirektor Hans Stimmann am Dienstagabend auf dem Leserforum der "Berliner Zeitung". Darauf hat sich Stimmann mit Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) und Mittes Baustadtrat Thomas Flierl (PDS) geeinigt.Beide Straßen waren bislang ein Teil des "Planwerks Innenstadt". Dieses im vergangenen Jahr vom Senat verabschiedete Papier sieht für den Bereich zwischen Alex und Strausberger Platz vorrangig zwei Veränderungen vor: Neubauten und weniger Verkehr für die Karl-Marx-Allee. Deshalb sollte ein Teil des Autostroms, wie Stadtplaner Dieter Hoffmann-Axthelm darlegte, auf die umliegenden Nebenstraßen umgeleitet werden. Von diesem Vorhaben wird - soweit es Landsberger und Landwehrstraße betrifft - jetzt Abstand genommen.Die meisten der 150 Zuhörer des Leserforums wandten sich insbesondere gegen das Vorhaben des "Planwerks Innenstadt", die Zahl der 3 000 vorhandenen Wohnungen auf 4 500 zu erhöhen. Gerade die weiträumigen Grünflächen, die dann zugebaut würden, haben es den 8 600 dort lebenden Menschen angetan. 99 Prozent, das ergab eine Untersuchung, wollen die Grünanlagen erhalten wissen.Die Chancen dafür stehen gut, denn in absehbarer Zeit können die Vorstellungen des "Planwerks Innenstadt" nicht umgesetzt werden. "Bevor die ersten Bauanträge eingehen, ist das Planwerk nur ein Strategiepapier", stellte Stimmann klar. Mit Bauanträgen rechnet Mittes Bürgermeister Joachim Zeller (CDU) vorerst nicht: Dann würden Restitutionsansprüche wieder aufleben "und das würde zu einem Tohuwabohu bei den Eigentumsverhältnissen führen." Senatsbaudirektor Stimmann will durch die Neubauten den "urbanen Charakter" dieses Gebiets wiederherstellen. Die frühere Königsvorstadt, in den 60er-Jahren neu angelegt, sehe aus "wie eine Vorortsiedlung, die sich ins Stadtzentrum verirrt hat". Dem widersprach Stadtsoziologe Bernd Hunger: "Das Alte wird durch das Neue nicht zurückgewonnen."Das gilt auch für die Geschäfte an der Karl-Marx-Allee. Bürgermeister Zeller konnte den Anwohnern wenig Hoffnung machen, dass bald neue Händler in die leer stehenden Läden einziehen werden. "Ring-Center und Alex ziehen einen Großteil der Kaufkraft ab", sagte Zeller. Allerdings bestehe Hoffnung, dass zumindest das Café Moskau bald wieder eröffnet.BLZ /LUCA VECOLI Stadtrat Thomas Flierl (l. ) und Senatsbaudirektor Hans Stimmann

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