POTSDAM. Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) wird am 3. September, einen Tag nach seinem 70. Geburtstag, mit dem Roten Adlerorden ausgezeichnet. Initiator der Würdigung ist Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der den Landesverdienstorden auch verleiht. Regierungssprecher Thomas Braune bestätigte gestern auf Anfrage die geplante Ehrung. Mit dem Orden sollten Jörg Schönbohms außerordentliche Verdienste um das Land gewürdigt werden, sagte er.Als Befehlshaber des Bundeswehrkommandos Ost in Strausberg war Schönbohms erste Aufgabe in Brandenburg 1990 die Eingliederung der DDR-Volksarmee in die Bundeswehr. Als neuer CDU-Landeschef und Herausforderer des damaligen SPD-Ministerpräsidenten Manfred Stolpe kehrte er 1999 zurück - und führte die Union erstmals in die Koalitionsregierung mit der SPD.Zunächst war Schönbohm bei SPD und PDS wegen seiner Ausländerpolitik, aber auch seiner konservativen Grundhaltung als Feindbild verschrien. Im Laufe der Jahre hat er selbst bei führenden Köpfen der Linkspartei hohes Ansehen gewonnen. In Teilen der SPD wird Schönbohm zugute gehalten, dass er großen Anteil daran hat, dass Brandenburg den von Stolpe verkörperten Nimbus der "kleinen DDR" abgestreift hat. Die größten Probleme hat Jörg Schönbohm jetzt mit seiner eigenen Partei. Nach heftigen Grabenkämpfen hat er den CDU-Landesvorsitz im Januar abgegeben. Trotzdem ist er einer der wenigen Landesinnenminister geblieben, dessen Wort bundesweit Gehör findet - oft als letzter Konservativer.Jörg Schönbohm bekommt den 53. Roten Adlerorden. Das Gesetz, mit dem die Ehrung eingeführt wurde, hat er selbst erst 2003 auf den Weg gebracht. Manfred Stolpe war der Orden zwar seit Landesgründung 1990 eine Herzensangelegenheit. Wegen der Debatten um die Umstände, unter denen ihm selbst einst der DDR-Verdienstorden verliehen worden war, konnte er ihn in seinen zwölf Amtsjahren als Ministerpräsident aber nicht politisch durchsetzen. Seit 2006 zählt auch Stolpe zu den Ordensträgern.------------------------------Foto : Ordensanwärter: Innenminister Jörg Schönbohm.
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