Nach einem Brand an einer Starlink-Bodenstation in Polen prüfen die Behörden einen möglichen Sabotageakt mit Verbindung zu russischen Geheimdiensten. Die polnische Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, nachdem das Feuer an der Anlage in Wola Krobowska südlich von Warschau ausgebrochen war.
Nach Angaben von TVP World untersuchen die Ermittler, ob die Tat im Interesse eines ausländischen Nachrichtendienstes begangen wurde. Im Raum steht dabei ausdrücklich ein möglicher russischer Hintergrund. Eine russische Verantwortung ist bislang jedoch nicht nachgewiesen.
Die Anlage gehört zum Starlink-Netzwerk des US-Unternehmens SpaceX. Sie unterstützt nach polnischen Angaben Internetverbindungen in der Region und spielt auch für die Versorgung der Ukraine eine Rolle. Bei dem Feuer wurden Teile der Stromversorgung beschädigt, darunter eine Verteileranlage und ein Generator. Verletzte gab es nach bisherigen Angaben nicht.
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Ermittler prüfen vorsätzliche Brandstiftung
Bereits unmittelbar nach dem Feuer war Brandstiftung als mögliche Ursache untersucht worden. Feuerwehr und Ermittler schlossen zunächst auch einen technischen Defekt nicht aus. Inzwischen hat sich der Verdacht auf eine vorsätzliche Tat nach Angaben polnischer Behörden verdichtet.
An den Ermittlungen sind neben der Staatsanwaltschaft auch polnische Sicherheitsbehörden beteiligt. Ob bereits konkrete Tatverdächtige identifiziert wurden, ist bislang nicht bekannt.
Polen untersucht seit Jahren mutmaßliche Sabotage für Russland
Der Fall wird in Polen besonders aufmerksam verfolgt, weil die Behörden bereits in mehreren anderen Verfahren mutmaßliche Sabotageakte im Auftrag russischer Geheimdienste untersuchen.
Im April erhob die polnische Generalstaatsanwaltschaft Anklage gegen fünf Personen wegen Brandanschlägen beziehungsweise Anschlagsplänen in Polen, Litauen und Lettland. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Gruppe im Interesse des russischen Nachrichtendienstes gehandelt haben. Zu den Fällen gehörten unter anderem Brände in einem OBI-Markt in Warschau und einem Ikea-Markt in Vilnius.
In einem weiteren Verfahren klagte die Staatsanwaltschaft Anfang des Jahres fünf Personen an, die nach Angaben der Ermittler für den russischen Geheimdienst Sabotageakte mit präparierten Paketen vorbereitet oder ausgeführt haben sollen.
Ob der Brand an der Starlink-Station mit diesen bereits bekannten Strukturen zusammenhängt, ist bislang offen.
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