Uglymeter

Popeln in Bus und Bahn: Wenn der Zeigefinger die Blut-Hirn-Schranke durchbricht

Nasebohren in der Öffentlichkeit wird in der Hauptstadt immer beliebter. Doch es lauern Gefahren. Bekommt man vom Popeln wirklich Demenz?

3 Min
Prominenter Popler: Der ehemalige Bundestrainer Jogi Löw popelt in der Öffentlichkeit.

Prominenter Popler: Der ehemalige Bundestrainer Jogi Löw popelt in der Öffentlichkeit.

© imago sportfotodienst

Gleich hat er die Blut-Hirn-Schranke überwunden. Das gelingt sonst höchstens Viren, Bakterien, Mikroplastik oder anderen winzig kleinen Partikeln, schon klar. Doch so tief wie der Mann den Zeigefinger in seine Nase rammt und darin herumfuhrwerkt, müsste er demnächst zur Schädeldecke vordringen.

Er ist etwa Mitte 30 und sitzt in einer Berliner S-Bahn zwischen anderen Fahrgästen, was ihn aber nicht weiter stört. Konzentriert ist er einem Fremdkörper auf der Spur, den er sich schließlich angelt und ins Freie befördert. Was er damit anstellt, sehen nur die wenigen Abgestumpften um ihn herum, alle anderen wenden den Blick ab. Schließlich ist das Frühstück noch nicht ganz verdaut.

Ein Einzelfall? Von wegen! Der öffentliche Personennahverkehr der Hauptstadt ist um eine Attraktion reicher: das Popeln. Und da ein aufkommender Trend zwingend einen Anglizismus nach sich zieht, soll im Folgenden von Public Popeling die Rede sein.

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