Forschung

Posterpreis: Cottbuser Herzmediziner kommen ohne Ultraschall aus

Die Medizinische Universität Lausitz verglich 180 Patienten: Der Verschluss eines Lochs im Herzen dauert ohne Speiseröhren-Ultraschall 26 statt 43,5 Minuten.

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Oberärztin Jelena Zickwolf (M.) bei der Preisverleihung.

Oberärztin Jelena Zickwolf (M.) bei der Preisverleihung.

© Thomas Hauss

Cottbus. Herzmediziner der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem haben untersucht, ob sich ein Loch zwischen den Herzvorhöfen auch ohne Ultraschall über die Speiseröhre sicher verschließen lässt. Für diese Studie erhielt Oberärztin Dr. Jelena Zickwolf bei den DGK-Herztagen 2026 in Hamburg den Sven-Effert-Posterpreis, wie die Universität am Montag mitteilte. Die Arbeitsgruppe leitet Prof. Wolfgang Bocksch, Chefarzt der Interventionellen Kardiologie und Angiologie.

Bei manchen Menschen schließt sich nach der Geburt eine kleine Öffnung in der Wand zwischen den beiden Herzvorhöfen nicht vollständig. Ärzte nennen das persistierendes Foramen ovale, kurz PFO. Es ist eine der Ursachen für einen Schlaganfall. Das Loch lässt sich mit einem dünnen Katheter und einem kleinen Implantat verschließen. Die meisten Kliniken kontrollieren den Eingriff dabei zusätzlich per Ultraschall über die Speiseröhre. Das erfordert eine Kurznarkose und mehr Personal.

180 Patienten in Cottbus verglichen

Das Cottbuser Team wertete die Daten von 180 Patienten aus. Verglichen wurden Eingriffe mit Ultraschallkontrolle aus den Jahren 2005 bis 2021 und Eingriffe allein mit Röntgen- und Kontrastmittelbildgebung von 2021 bis 2026. Der Eingriff gelang in 98 Prozent der Fälle mit und in 99 Prozent ohne Ultraschall. Nach sechs Monaten war das Loch bei 92,8 Prozent mit und bei 95,0 Prozent ohne Ultraschall komplett verschlossen. Ohne Ultraschall dauerte der Eingriff im Mittel 26 statt 43,5 Minuten. Dafür lagen Strahlenbelastung und Kontrastmittelmenge höher: Das sogenannte Dosisflächenprodukt betrug 1354 statt 746 cGy·cm², die Kontrastmittelmenge 100 statt 20 Milliliter.

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„Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich der Verschluss eines offenen Foramen ovale auch ohne routinemäßige Ultraschallkontrolle über die Speiseröhre mit vergleichbar guten Ergebnissen durchführen lässt. Dadurch kann der Eingriff deutlich schneller und weniger belastend für den Patienten ohne Kurznarkose durchgeführt werden“, sagt Bocksch. Strahlenbelastung und Kontrastmittelbedarf müssten aber berücksichtigt und das Verfahren für jeden Patienten einzeln abgewogen werden. Am 3. November stellt Zickwolf die Ergebnisse beim Kongress Transcatheter Cardiovascular Therapeutics (TCT) in San Diego in den USA vor.

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