In Cottbus soll an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) ein Masterstudiengang für Pflegefachkräfte entstehen, frühestens zum Wintersemester 2028/2029. Das teilte das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg am Dienstag mit. Staatssekretär Tobias Dünow stellte die Pläne bei einer Tagung des Wissenschaftsrats in Hamburg vor.
Der Master soll generalistisch angelegt sein. Im zweiten Studienjahr können sich die Studierenden auf eines von drei Feldern konzentrieren: erweiterte Pflegepraxis, Notfallversorgung oder Community Health Nursing, also die Gesundheits- und Pflegeberatung in Gemeinden. Grundlage ist der Bachelorstudiengang Pflegewissenschaft an der BTU Cottbus-Senftenberg. Läuft der Master an, sollen an der MUL-CT in diesem Bereich später auch Promotionen möglich sein. Dünow sieht den Zuschnitt als Besonderheit: Andere Universitäten böten die Felder getrennt an, die Notfallpflege fehle dort.
Community Health Nurses beraten zu Vorsorge, begleiten chronisch Kranke und Pflegebedürftige und sollen Hausarztpraxen entlasten; Ärzte ersetzen sie nicht. Dünow verglich das Berufsbild mit der früheren Gemeindeschwester. In der Lausitz läuft die Erprobung bereits: Im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe arbeiten im Forschungsprojekt ReGuLa der MUL-CT und der Evangelischen Hochschule Dresden zwei Community Health Nurses, erste belastbare Ergebnisse werden 2027 erwartet. In Luckau gibt es seit 2024 eine DRK-Gemeindegesundheitspflege, die Stadt beteiligt sich bis 2030 an der Finanzierung; seit September fährt zusätzlich ein Gesundheitsbus durch die Ortsteile.
Der Bachelor an der BTU, auf dem der Master aufbauen soll, dauert laut BTU Cottbus-Senftenberg seit dem Wintersemester 2026/27 sieben Semester und endet mit dem Bachelor of Science. Er lässt sich dual mit der Pflegeausbildung oder berufsbegleitend mit abgeschlossener Pflegeausbildung studieren.
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Der Wissenschaftsrat empfiehlt, dass 20 Prozent der Pflegekräfte ein Studium abschließen; bisher sind es 2,5 Prozent.
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