Die Umfragewerte für den SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck kommentieren in Essen und LübeckNeue Ruhr/Neue Rhein ZeitungDie SPD hat einen Vorsitzenden, der heißt Kurt Beck. Kurt wer? Es muss die Strategen im Willy-Brandt-Haus mächtig wurmen, dass zwei Drittel der Deutschen den aktuellen SPD-Chef nicht kennen. Nun sind Umfragen zwar Momentaufnahmen, und häufig sind die Beweggründe für das Auf und Ab eines Politikers nicht nachzuvollziehen. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es derzeit um die Sozialdemokratie und ihren Vorsitzenden nicht zum Besten steht. Der SPD fällt es in der Regierung schwer mit der Profilierung. Es soll sogar Leute geben, die halten Angela Merkel für eine Sozialdemokratin. Etwas Schlimmeres kann dem Original nicht passieren. Denn in Zeiten, in denen die sogenannten Volksparteien kaum noch zu unterscheiden sind, kommt es auf die Führung an. Wer wählt schon Herrn Unbekannt?Lübecker NachrichtenNatürlich soll man Umfragen nicht überbewerten. Ihre Ergebnisse hängen auch von Fragestellungen, Auftraggebern, Medienkampagnen und anderen Faktoren ab. Aber eine Tendenz in der Bevölkerung können sie anzeigen. Im Falle der SPD und ihres Vorsitzenden Beck kann diese Tendenz die Sozialdemokraten nicht fröhlich stimmen. Grob gesagt denken viele Bundesbürger: Es interessiert uns nicht mehr, was ihr sagt und tut, und deshalb wollen wir auch gar nicht mehr groß wissen, wer euer Chef ist - zumal sich das ja inzwischen fast so oft ändert wie der Ratsvorsitz in der EU.Zu dem Konflikt zwischen der Türkei und dem Irak um kurdische Gebiete schreibt dieFrankfurter Allgemeine ZeitungImmer wieder einmal, auch schon zu Zeiten Saddam Husseins, sind türkische Truppen in den Norden des Iraks eingedrungen, um Kämpfer der kurdischen PKK zu verfolgen. Doch die jüngsten Spannungen zwischen Ankara und Arbil könnten sich zu einer großen Krise ausweiten, wenn den Politikern die Besonnenheit abhandenkommt. Die Türkei verlangt von der irakischen Regierung, sie solle gegen die PKK vorgehen, andernfalls werde sie selbst intervenieren. Die PKK bietet freilich nur den Anlass für den Streit: In der Nähe von Kirkuk, das die Kurden zurückhaben wollen, lebt eine nicht unbeträchtliche turkmenische Minderheit, als deren Schutzmacht sich die Türkei seit alters sieht. Bis 1926 gehörte die Region auch formell noch zur Türkei. Nun ist Kirkuk eines der wichtigsten Fördergebiete des irakischen Erdöls. Saddam Hussein hatte Araber ansiedeln und die kurdische Bevölkerung vertreiben lassen. Es sind dort noch viele Rechnungen offen.
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