Die Berliner SPD hat der PDS mit der Koalition den Weg an Schröders Kabinettstisch geebnet meint die Welt am SonntagIhre Zukunft sieht die PDS im Durchbruch nach Westen. In Berlin ist das Einfallstor nun geöffnet. Wie ein Leuchtfeuer weist ein Satz aus der Präambel der Koalitionsvereinbarung den Weg: Damit Berlin seiner neuen Rolle als Hauptstadt der Republik gerecht werden könne, bedürfe es als Voraussetzung der "Zusammenführung aller politischen und gesellschaftlichen Kräfte unserer Stadt". Ein Erich Honecker hätte sicher darunter geschrieben: Einverstanden. E.H.Schon einmal hat die SPD in einem gemeinsamen Papier mit der damaligen SED zu übertünchen versucht, dass Demokraten und Kommunisten ein völlig gegensätzliches Verständnis von Freiheit haben.(.) Der Zukunft zugewandt? Zur Einheit fand Willy Brandt das Wort, nun wachse zusammen "was zusammen gehört". Ob er dabei an SPD und PDS gedacht hat? Sicher nicht.Zum selben Thema schreibt TazDie Sozialisten können ihren Aufmarsch zwar mit Basisprozenten im Osten nicht aber mit ministrablen Persönlichkeiten gestalten. Für die Hauptstadt bietet die PDS zweitrangige Fachleute. Angesichts der bevorstehenden Aufgaben wirkt die Riege wie ein Trio mit Star und zwei Statisten.Über den 11. September und den Krieg in Afghanistan sagt der französische Philosoph Jean Baudrillard in SpiegelDas Regime der Taliban ist zerschlagen. Gewiss. Aber das internationale Netzwerk der Terrorismusorganisation al Kaida existiert immer noch. Und Bin Laden, tot oder lebendig, ist vor allem verschwunden. Das verleiht ihm eine mythische Macht, er gewinnt in gewisser Weise eine übernatürliche Dimension. (.) Das System selbst in seinem totalen Anspruch hat die objektiven Bedingungen dieses furchtbaren Gegenschlags geschaffen. Der immanente Irrsinn der Globalisierung bringt Wahnsinnige hervor, so wie eine unausgeglichene Gesellschaft Delinquenten und Psychopathen erzeugt. In Wahrheit sind diese aber nur die Symptome des Übels. Der Terrorismus ist überall, wie eine Virus. Er braucht Afghanistan nicht als Heimstatt. (.) Die Globalisierung wird angepriesen wie der Endpunkt der Aufklärung, die Auflösung aller Widersprüche. In Wirklichkeit verwandelt sie alles in einen verhandelbaren bezahlbaren Tauschwert. Dieser Prozess ist extrem gewaltsam, denn er zielt auf eine Vereinheitlichung als Idealzustand ab, in dem alles Einzigartige, jede Singularität, mithin auch jede andere Kultur und letztlich jeder nichtmonetäre Wert aufgehoben würden. An diesem Punkt bin ich der Humanist und der Moralist.
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