Offener Brief

Prominente fordern Waffenstillstand in der Ukraine

Erneut stellen deutsche Prominente in einem offenen Brief Forderungen an die Politik des Westens. Viele der Unterzeichner hatten sich bereits an einem Brief an Bundeskanzler Scholz im April beteiligt. Und wieder gibt es Kritik.

dpa
2 Min
dpatopbilder - Eine Frau gehtan den Ruinen der Stadtverwaltung von Ochtyrka vorbei.

dpatopbilder - Eine Frau gehtan den Ruinen der Stadtverwaltung von Ochtyrka vorbei.

© Michal Burza/ZUMA Press Wire/dpa

Europa stehe vor der Aufgabe, den Frieden auf dem Kontinent wiederherzustellen und ihn langfristig zu sichern. Hierzu bedarf es der Entwicklung einer Strategie zur möglichst raschen Beendigung des Krieges, heißt es im Brief. Je länger die derzeitigen westlichen Maßnahmen andauerten, desto unklarer werde, „welches Kriegsziel mit ihnen verbunden ist“.

Zudem stellen die Prominenten in Frage, ob Waffenlieferungen der richtige Weg seien. Eine weitere Fortsetzung des Krieges würden Tausende weitere Kriegsopfer bedeuten, heißt es. Auch die humanitäre Notlage auf der ganzen Welt - darunter die Hungersnot in Afrika - könnte sich weiterhin zuspitzen. Zudem bestehe die Gefahr einer atomaren Eskalation. Allerdings heißt es auch: „Verhandlungen bedeuten nicht, wie manchmal angenommen wird, der Ukraine eine Kapitulation zu diktieren. Einen Diktatfrieden Putins darf es nicht geben.“

Bereits im April hatten Prominente einen offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verfasst. Darin wurde der SPD-Politiker aufgefordert, nicht noch mehr schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Damals initiierte die Feministin Alice Schwarzer den Brief, der von 28 Erstunterzeichnern unterstützt wurde.

Kritik vom ukrainischen Botschafter

Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, zeigte sich auf Twitter empört: „Nicht schon wieder, what a bunch of pseudo-intellectual loosers“ („Nicht schon wieder, was für ein Haufen pseudo-intellektueller Versager“). Sie alle sollten sich endlich mit ihren „defätistischen "Ratschlägen" zum Teufel scheren“.

Auch Militärexperte Carlo Masala äußerte sich auf Twitter: „Der nächste Versuch von Menschen, die sich bislang nicht mit internationaler Politik beschäftigt haben (mit zwei Ausnahmen), Dinge zu fordern, ohne Lösungen zu präsentieren.“

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