BERLIN. Fifa-Präsident Joseph Blatter soll das Bundesverdienstkreuz bekommen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, Wolfgang Schäuble, CDU, werde Blatter die Ehrung "sehr gerne" überreichen. Die Zeremonie solle nach Möglichkeit schon während der Fußball-WM stattfinden.In den Regierungsparteien und der Opposition ist man entsetzt. Das "feudale Gehabe von Sportfunktionären" dürfe nicht belohnt werden, wetterte SPD-Staatssekretär Michael Müller. Das Bundesverdienstkreuz sei für engagierte Ehrenamtler gedacht, nicht für millionenschwere Verbandsvertreter. Zumal Blatter sich bei der Vergabe der WM 2006 explizit gegen Deutschland ausgesprochen und statt dessen Afrika favorisiert habe.Der sportpolitische Sprecher der Grünen, Winfried Hermann, sagte, nur "durch und durch ehrenwerte Leute" sollten den Orden erhalten. Dem Maßstab werde Blatter nicht gerecht. Unter seiner Führung habe die Fifa fragwürdige Praktiken bei der Verwendung von Geldern entwickelt und sich total dem Kommerz unterworfen. Das laufende Ermittlungsverfahren gegen den Konkurs des Marketing-Unternehmens ISL/ISMM spreche ebenfalls gegen Blatter. Auch unter Diplomaten gibt es offenbar Zweifel: Wie es hieß, sollen sich deutsche Gesandte in der Schweiz zunächst geweigert haben, für Schäuble eine Laudatio auf Blatter zu verfassen. Vor der Ehrung muss Bundespräsident Köhler die Personalie prüfen. Eine Sprecherin erklärte, das Verfahren laufe noch. Auch Regierungssprecher Thomas Steg verwies auf die Frage, ob die Bundesregierung die Ehrung Blatters befürworte, auf Köhler.
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