Treibstoffpreise

Protest gegen Benzin-Preise eskaliert: Französische Fischer blockieren Öldepot

Die hohen Treibstoffkosten bringen Frankreichs Fischer zunehmend in Bedrängnis. In einer Hafenstadt am Mittelmeer eskaliert der Protest. Barrikaden stehen in Flammen.

3 Min
Französische Fischer blockieren mit brennenden Barrikaden ein Öldepot in Frontignan.

Französische Fischer blockieren mit brennenden Barrikaden ein Öldepot in Frontignan.

© CLPRESS/ABACAPRESS.COM/imago

Rund 100 Fischer haben am Mittwochmorgen die Zufahrt zu einem Öldepot im südfranzösischen Frontignan blockiert. Die Demonstranten errichteten Barrikaden aus Paletten, Reifen, Müll und alten Fischernetzen und setzten sie in Brand, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Über dem Küstenort im Département Hérault stiegen demnach dichte schwarze Rauchwolken auf.

Nach Angaben von französischen Medien begann die Blockade bereits gegen 3 Uhr. Polizisten räumten die Zufahrt später, die Fischer leisteten dabei nach AFP-Angaben keinen Widerstand. Le Monde berichtete anschließend, die Blockade sei aufgehoben worden.

Auf Transparenten warfen die Demonstranten der Regierung und der Europäischen Union vor, die Fischerei im Stich zu lassen. „Europa bringt uns um“ und „Die EU versenkt unsere Boote und Paris schaut zu“ war darauf zu lesen. Die Fischer kündigten weitere Aktionen an.

Französische Bereitschaftspolizisten räumen die Blockade am Öldepot von Frontignan.

Französische Bereitschaftspolizisten räumen die Blockade am Öldepot von Frontignan.

© CLPRESS/ABACAPRESS.COM/imago

Dritter Protesttag in Folge

Die Aktion in Frontignan war bereits der dritte Protesttag in Folge. Zuvor hatten Fischer unter anderem ein Treibstofflager in Fos-sur-Mer bei Marseille blockiert. Neben den hohen Dieselpreisen beklagt die Branche sinkende Fangmengen, strengere Vorschriften und schlechte Arbeitsbedingungen.

Die für Meeres- und Fischereifragen zuständige Ministerin Catherine Chabaud will sich am Donnerstag mit Vertretern der Fischer treffen. Ihr Ministerium teilte laut AFP mit, Chabaud habe die Forderungen zur Kenntnis genommen. Die Ministerin verwies darauf, dass rund 90 Prozent der im Frühjahr bewilligten Treibstoffhilfen für Mittelmeerfischer bereits ausgezahlt worden seien.

Die EU-Kommission hatte im Mai französische Staatshilfen von 13 Millionen Euro genehmigt. Das Programm galt nach Angaben der zuständigen Auszahlungsbehörde jedoch nur für Kraftstoffkäufe im April und Mai. Angesichts des erneuten Preisanstiegs verlangen Fischer weitergehende Entlastungen.

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Iran-Krieg treibt Ölpreise

Der Druck auf die Branche wächst infolge des Krieges gegen Iran. Der eingeschränkte Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, Probleme an der saudischen Ost-West-Pipeline und Ausfälle russischer Raffinerien belasten die Versorgung mit Ölprodukten. Besonders Diesel hat sich in Europa stark verteuert.

Auch außerhalb Frankreichs lösen die höheren Treibstoffkosten Proteste aus. In Syrien, Guatemala, Indonesien, Nepal und auf den Philippinen gingen Menschen auf die Straße oder legten ihre Arbeit nieder. In Deutschland erreichte Super E10 am Dienstag nach Angaben des ADAC erstmals einen Tagesdurchschnitt von 2,30 Euro je Liter.

Für Fischereibetriebe wiegt der Preisanstieg besonders schwer, weil der Treibstoff einen erheblichen Teil ihrer Betriebskosten ausmacht. Die Proteste in Frontignan zeigen, dass die bisherigen Hilfen die Existenzsorgen vieler französischer Fischer nicht ausräumen konnten.

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