Die mögliche Sichtung eines Pumas nahe dem Münchner Flughafen hat am Mittwochnachmittag eine größere Suchaktion ausgelöst. Die Polizei durchsucht das Gebiet im Notzinger Moos bei Oberding inzwischen mit einem Hubschrauber und Drohnen. Auch Streifenwagen sind im Einsatz.
„Die Suchmaßnahmen sind in vollem Gange, das Tier wurde bisher nicht gesehen“, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Nachmittag. Das Gebiet liegt nur wenige Kilometer südlich des Münchner Flughafens.
Ausgangspunkt des Einsatzes ist eine Sichtung in der Nacht zum Mittwoch. Eine Person hatte im Notzinger Moos eine größere Katze beobachtet und gefilmt. „Nach erster fachlicher Einschätzung könnte es sich um einen Puma handeln“, erklärte eine Sprecherin des Landratsamtes Erding nach Auswertung der Aufnahme. Abschließend bestätigt ist die Tierart damit weiterhin nicht.
Katzen in Deutschland: Wann Jäger sie erschießen dürfen
Kreisjäger-Chef: Nicht selbst nach dem Tier suchen
Thomas Schreder, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Erding, hat inzwischen ebenfalls einen Blick auf die Aufnahmen geworfen. Nach seiner Einschätzung handelt es sich nicht um eine heimische Großkatze. Ob tatsächlich ein Puma zu sehen ist, bestätigte auch er damit jedoch nicht.
Schreder riet der Bevölkerung ausdrücklich davon ab, selbst auf die Suche zu gehen. „Bitte nicht aktiv nach dem Tier suchen und stattdessen die Behörden ihre Arbeit machen lassen“, sagte er der dpa. Nachts würde er das Gebiet derzeit auch für Spaziergänge meiden. Hunde sollten ebenfalls tagsüber nicht frei laufen.
Panik sei nicht angebracht, sagte Schreder. Sollte es sich tatsächlich um einen Puma handeln, sei das Tier jedoch „auch kein ungefährliches Tier“. Mehrere Jäger aus dem Landkreis könnten nach seinen Angaben bei Bedarf Wärmebilddrohnen einsetzen. Bis zum späten Mittwochnachmittag seien sie von den Behörden allerdings noch nicht um Unterstützung gebeten worden.
Herkunft der mutmaßlichen Raubkatze völlig offen
Woher das Tier stammen könnte, ist weiterhin unbekannt. Nach Angaben des Landratsamtes gibt es keine Erkenntnisse über einen Zirkus mit Raubkatzen in der Region. Anderslautende Berichte sind damit bislang nicht bestätigt.
Die Behörden halten ihre Warnung an die Bevölkerung aufrecht. Wer das Tier sieht oder Hinweise auf seinen Aufenthaltsort hat, soll sich ihm keinesfalls nähern und die Polizei verständigen. Hunde sollen angeleint werden. Eltern werden gebeten, kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt draußen spielen zu lassen.
Das Notzinger Moos erstreckt sich über Teile der Gemeinden Oberding und Moosinning im Landkreis Erding. Das von Feuchtwiesen, Gebüschen und Gehölzen geprägte Gebiet liegt nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt.
Oberding: Agrarflächen und Wälder sind im Notzingermoos südlich vom Flughafen München zu sehen.
© Peter Kneffel/dpa
Ob die gefilmte Katze tatsächlich ein Puma ist, bleibt damit vorerst offen. Bei der Suche am Mittwochnachmittag wurde das Tier zunächst nicht erneut gesichtet.
Von der „Löwin“ bis zum KI-Krokodil
Ungewöhnliche Sichtungen vermeintlich gefährlicher Tiere haben schon mehrfach große Suchaktionen ausgelöst. Im Juli 2023 suchten Hunderte Einsatzkräfte rund um Kleinmachnow bei Berlin nach einer vermeintlichen Löwin. Drohnen, Wärmebildkameras und Hubschrauber kamen zum Einsatz. Später fanden die Behörden keine Hinweise auf eine große Raubkatze. Experten hielten es schließlich für sehr wahrscheinlich, dass auf dem viel diskutierten Video ein Wildschwein zu sehen war.
Erst im August dieses Jahres meldete ein Paketbote in der spanischen Provinz Toledo einen vermeintlichen Löwen. Die Guardia Civil suchte eineinhalb Tage lang mit rund 20 Einsatzkräften, Hubschrauber und Drohnen. Gefunden wurde nichts. Die Suche wurde schließlich eingestellt, nachdem weder Spuren einer Großkatze noch weitere Sichtungen gemeldet worden waren.
Noch kurioser war ein Fall in Singapur: Dort löste im August ein Bild eines vermeintlichen Krokodils in einem Wasserreservoir Such- und Fangmaßnahmen der Behörden aus. Wassersport wurde vorsorglich verboten. Später stellte sich heraus, dass das Bild mit Künstlicher Intelligenz erzeugt worden war. Ein 30-Jähriger wurde daraufhin angeklagt.
Wildschwein, Löwe, Bär & Co.: Was man tun soll, wenn man einem Wildtier begegnet
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]