Geopolitik

G20-Gipfel in Miami: Rubio bestätigt Einladung an Putin – doch der Kreml plant offenbar anders

Die USA haben Wladimir Putin zum G20-Gipfel in Florida eingeladen. Außenminister Marco Rubio hofft auf eine Zusage. Doch neue Berichte deuten auf andere Reisepläne des Kremlchefs.

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Der US-Außenminister Marco Rubio spricht nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow vor den Medien.

Der US-Außenminister Marco Rubio spricht nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow vor den Medien.

© Yuki Iwamura/AP/dpa

Die USA haben Russlands Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Florida eingeladen. „Wir hoffen, dass er die Einladung annimmt“, sagte US-Außenminister Marco Rubio am Mittwoch am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Zuvor hatte Rubio den russischen Außenminister Sergej Lawrow getroffen.

„Um Probleme zu lösen, muss man sich mit den Menschen treffen, mit denen man nicht übereinstimmt oder mit denen es möglicherweise Schwierigkeiten gibt“, sagte Rubio nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. „Daher haben wir Präsident Putin zum G20-Gipfel eingeladen.“

Der Gipfel findet am 14. und 15. Dezember im Trump National Doral bei Miami statt, einem Resort von US-Präsident Donald Trump. Die Vereinigten Staaten haben in diesem Jahr den G20-Vorsitz.

Putin könnte stattdessen nach China reisen

Überraschend kommt die Einladung nicht. Bereits im April hatte ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung angekündigt, Putin nach Miami einzuladen. Trump erklärte damals, eine Teilnahme des russischen Präsidenten könne hilfreich sein, äußerte aber Zweifel, ob Putin tatsächlich kommen werde.

Genau daran bestehen inzwischen wieder erhebliche Zweifel. Nach einem am Dienstag veröffentlichten Bloomberg-Bericht plant Putin offenbar, im November persönlich zum Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC nach China zu reisen. Eine anschließende Teilnahme am G20-Gipfel in Florida gelte dagegen als äußerst unwahrscheinlich. Das Handelsblatt berichtete ebenfalls über die Pläne.

Das APEC-Treffen findet am 18. und 19. November in Shenzhen statt. Der Termin ist von der Organisation offiziell bestätigt. Russische Regierungsvertreter hoffen Bloomberg zufolge dort auf ein mögliches Treffen Putins mit Chinas Präsident Xi Jinping und Trump. Ob Trump selbst nach Shenzhen reisen wird, ist bislang offen.

Der Kreml hatte noch am 12. September erklärt, über Putins Reise nach Miami sei keine Entscheidung gefallen. „Wir wissen noch nicht, ob wir nach Miami fahren“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow damals.

Selenskyj würde Putin in Miami treffen

Putins mögliche Teilnahme ist auch wegen Wolodymyr Selenskyj politisch brisant. Der ukrainische Präsident hat erklärt, er sei zu einem Treffen mit Putin beim G20-Gipfel bereit. Der Kreml wies diesen Vorschlag allerdings zurück. Ein Treffen in Miami sei „unmöglich“, sagte Peskow. Wenn Selenskyj Putin treffen wolle, müsse er nach Moskau kommen. Kiew lehnt die russische Hauptstadt als Verhandlungsort ab.

Putin und Selenskyj trafen zuletzt im Dezember 2019 in Paris persönlich aufeinander. An dem damaligen Treffen im Normandie-Format nahmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teil.

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Bei seinem Gespräch mit Lawrow drängte Rubio am Mittwoch außerdem auf ein Ende der gegenseitigen Angriffe Russlands und der Ukraine auf Energieanlagen. Trump hatte Mitte September bereits einen solchen gegenseitigen Verzicht ins Gespräch gebracht. Die Angriffe auf Energieinfrastruktur wurden danach jedoch fortgesetzt.

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