Russlands Präsident Wladimir Putin hat die vorgesehene Personalstärke der Streitkräfte erneut erhöht. Ein am Montag veröffentlichtes Dekret setzt sie auf 2.441.630 Stellen fest, darunter 1.550.500 für Militärangehörige. Das sind jeweils 15.500 mehr als nach der vorherigen Anordnung vom Juli.
Einen Grund für die Erhöhung nennt das neue Dekret nicht. Die Zahlen beschreiben vorgesehene Stellen, nicht die tatsächliche Zahl der Soldaten.
Selenskyj berichtet von verstärkter Rekrutierung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Montag auf X unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, Russland habe „faktisch bereits mit einer zusätzlichen Mobilisierung begonnen“. Das Land werbe auf verschiedenen Wegen mehr Menschen für seine Streitkräfte an und wolle verstärkt Ausländer rekrutieren. Selenskyj kündigte an, die Regierungen der Herkunftsländer darüber zu informieren.
Ob Russland eine neue Einberufung von Reservisten angeordnet hat, geht aus Selenskyjs Angaben nicht hervor. Der Kreml weist Berichte über eine bevorstehende Mobilmachung zurück. Das Institute for the Study of War sieht wegen hoher Verluste und Schwierigkeiten bei der Rekrutierung Hinweise auf russische Vorbereitungen. Welche Form eine mögliche Mobilisierung annehmen könnte, sei jedoch unklar.
Putin hatte die vorgesehene Personalstärke bereits im März, Juni und Juli erhöht. Seit März stieg die Zahl der Stellen für Militärangehörige um 47.860, wie The Insider anhand der Dekrete vorrechnet. Der von dem Medium befragte Militärexperte Pawel Lusin betont, die Schaffung von Stellen bedeute nicht, dass diese schon besetzt seien.
Neue Angaben zu Nordkorea
Nach Selenskyjs Darstellung befinden sich derzeit mehr als 8000 nordkoreanische Soldaten in Russland. Weitere 10.000 würden für eine Ausbildung und anschließende Entsendung ausgewählt. Russland bezahle Nordkorea unter anderem mit Technologie. Mit russischer Unterstützung sei dort die Produktion von Angriffsdrohnen des Typs Shahed aufgebaut worden, erklärte Selenskyj. Diese neuen Angaben zu Truppenzahlen und Drohnenproduktion ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Nordkorea unterstützt Russland bereits seit längerer Zeit militärisch. Reuters berichtete im Juli über Selenskyjs frühere Warnung, Moskau bereite sich auf die Aufnahme weiterer nordkoreanischer Soldaten vor.
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