Umweltskandal

Quecksilberfund in Cheine: Gemeinde Salzwedel muss kontaminierte Straße sanieren

Nach dem Fund von Quecksilber in Cheine hatte sich zunächst gezeigt, dass keine Gefahr für Anwohner besteht. Die betroffene Straße muss jedoch aufwendig saniert werden.

OAZ
2 Min
Auch Einsatzkräfte der Feuerwehr waren nach dem Quecksilber-Fund in Cheine vor Ort. (Symbolbild)

Auch Einsatzkräfte der Feuerwehr waren nach dem Quecksilber-Fund in Cheine vor Ort. (Symbolbild)

© Dwi Anoraganingrum/Panama Pictures/IMAGO

Die Gemeinde Salzwedel steht vor einer kostspieligen Herausforderung: Ein Straßenabschnitt im Ortsteil Cheine ist mit Quecksilber verseucht und muss dringend saniert werden. Wie der Altmarkkreis Salzwedel mitteilte, überschreiten die Untersuchungsergebnisse der Bodenproben am Molochsberg die geltenden Grenzwerte. Der Altmarkkreis Salzwedel teilte mit: „Die Hansestadt Salzwedel hat mit Fachfirmen Kontakt aufgenommen. Das Ziel ist, schnellstmöglich einen Zeitplan zur Dekontamination des abgesperrten Abschnitts zu erstellen.“

Laut einer aktuellen Pressemitteilung hat der Altmarkkreis eine entsprechende Anordnung an die Hansestadt Salzwedel übermittelt. Diese muss zunächst die Kosten für die Sanierung übernehmen, da es sich beim Molochsberg um eine Gemeindestraße handelt. Die genaue Höhe der Sanierungskosten ist derzeit noch unklar, für die klamme Stadt Salzwedel ist allerdings bereits absehbar, dass dies teuer werden dürfte.

Der Fund von flüssigem Quecksilber hatte bereits Ende Februar für Aufsehen gesorgt. In einer Tonne abgesaugten Materials wurden zwischen 200 und 300 Milliliter des hochgiftigen Metalls entdeckt. Obwohl Grundwasser- und Urinproben der Anwohner bisher unauffällig blieben, ist die Sorge über mögliche gesundheitliche Folgen groß. Quecksilber, ein Nervengift, kann schon bei niedrigen Temperaturen verdampfen und über die Atemwege aufgenommen werden. Die Behörden hatten die Bevölkerung nach dem Quecksilber-Fund zunächst aufgefordert, den Sperrbereich zu meiden und besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, etwa Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Ursache der Quecksilberbelastung bleibt weiterhin ungeklärt. Erste Spekulationen deuten auf den Rückbau alter Gasleitungen hin, die möglicherweise quecksilberhaltige Materialien enthalten haben könnten. Auch die Aktivitäten des Energiekonzerns Neptune Energy in der Region stehen im Fokus. Die Firma, die sich bereits in der Vergangenheit wegen ihres Umgangs mit der umstrittenen Giftschlammgrube Brüchau Kritik ausgesetzt sah, wird von der Bürgerinitiative „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ als möglicher Verursacher genannt. Neptune Energy soll nicht nur Bodenproben analysieren, sondern auch die Reinigung der kontaminierten Bereiche übernehmen – ein Umstand, der bei Umweltverbänden Misstrauen hervorruft.

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