Rabatte für Frühzeichner geplant / Konzernchef Zumwinkel trotz Brüsseler Verfahren zuversichtlich

Deutsche Post lockt Anleger mit Gratisaktien

BLZ
2 Min

BONN/BERLIN, 6. Oktober. Die Deutsche Post World Net will Privatanlegern ihren Börsengang mit Gratisaktien versüßen. Frühzeichner sollten zudem Rabatte bekommen, wenn sie zwischen dem 30. Oktober und dem 10. November Aktien des Staatskonzerns ordern, teilte das Unternehmen am Freitag gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium und der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Berlin mit. Finanzminister Hans Eichel (SPD) sagte, Privatanleger würden "in maßgeblichen Umfang von der Erfolgsstory" der Post profitieren. Nähere Angaben über die Bedingungen für die Bonusaktien wie die notwendige Haltefrist sollen nach Angaben des Unternehmens vor Beginn der Zeichnungsfrist Ende des Monats bekannt gegeben werden. Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf interne Schätzungen, die Treueaktien würden den Bund "mehrere hundert Millionen Euro" kosten. Haltefrist wird noch diskutiertDie Post will am 20. November zwischen 25 und 33 Prozent ihrer "Aktie Gelb" getauften Anteilsscheine in den Handel bringen. Privatanleger können vom 30. Oktober bis 16. November Aktien zeichnen. Nach Medienberichten wird bei den Treueaktien derzeit intern eine Haltefrist für Bonusaktien zwischen ein und zwei Jahren diskutiert. Von den Bonusaktien und dem Preisnachlass auf den Ausgabepreis sollen laut Post auch Investoren in Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien "in gleicher Weise" profitieren. Mit Treueaktien hatte bereits die Deutsche Telekom Anleger gelockt. Bei ihren bisher drei Börsengängen in den Jahren 1996, 1999 und 2000 hatte das ehemalige Staatsunternehmen Anteilskäufern für je zehn gekaufte Aktien eine Gratisaktie zugesichert. Bedingung waren Mindesthaltezeiten zwischen zwölf und 36 Monaten. Beim zweiten Telekom-Börsengang vom Juni 1999 kostete die Treueaktion den Bund 400 Millionen Euro (782 Millionen Mark). Die "Financial Times Deutschland" berichtete, da die Aktie der Post in sieben europäischen Länden angeboten werde, könne dies die Kosten weiter in die Höhe treiben. Durch Treueaktien und Frühzeichnerrabatte wolle der Bund Privatanleger mit "attraktiven Kaufanreizen unterstützen", betonte Eichel. Post-Chef Klaus Zumwinkel zeigte sich erneut zuversichtlich, dass der Börsengang seines Unternehmens trotz mehrerer schwebender Verfahren in Brüssel und einer weiter hohen Abhängigkeit des Unternehmens vom perspektivschwachen Briefgeschäft ein Erfolg werde. Führende Logistik-SparteDie Post sei eine "ausgezeichnete Investitionsmöglichkeit", betonte Zumwinkel. Nach der Übernahme von insgesamt 51 Prozent an dem US-amerikanischen Logistikkonzern DHL Anfang kommenden Jahres werde das Unternehmen weltweit zum führenden Logistik- und Expressdienstleister aufsteigen. Die Post hatte bei der Vorlage ihrer Halbjahresbilanz Rekordzahlen bei Umsatz und Ertrag vorweisen können. (AFP)

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