Der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wird künftig den italienischen Verteidigungsminister Guido Crosetto in Fragen der Verteidigungsinnovation beraten. Fedorow bestätigte dies am Freitag in einem Facebook-Post, nachdem er sich zuvor mit Crosetto getroffen hatte. Er habe sich für das persönliche Angebot bedankt, künftig als Berater für Verteidigungsinnovationen zu fungieren, schrieb Fedorow. In dieser Rolle wolle er Italien dabei unterstützen, moderne Kriegstechnologien zu entwickeln, den Verteidigungssektor zu verbessern und sich an neue sicherheitspolitische Herausforderungen anzupassen.
Nach Angaben eines Mitglieds seines Teams gegenüber Politico werde Fedorow die Beraterrolle mit seinem eigentlichen Vorhaben verbinden, einen Verteidigungsinvestitionsfonds in der Ukraine aufzubauen. Fedorow betonte zugleich, er verlege seinen Lebensmittelpunkt nicht nach Rom. Sein Hauptfokus bleibe unverändert – er werde weiterhin in der Ukraine an Projekten arbeiten, die die Verteidigungsfähigkeit des Landes stärken und internationale Ressourcen mobilisieren sollen.
Der Streit mit Selenskyj
Crosetto hatte Fedorow das Beraterangebot bereits im Juli unterbreitet. Wie der italienische Minister damals mitteilte, habe er Fedorow bereits am Tag nach dessen Entlassung angerufen und gefragt, wann dieser bereit sei, nach Rom zu kommen, um mit ihm zusammenzuarbeiten. Crosetto würdigte Fedorow als Innovator, der die Regeln der Kriegsführung auf dem Schlachtfeld grundlegend verändert habe.
Fedorow war Mitte Juli nach rund einem halben Jahr an der Spitze des ukrainischen Verteidigungsministeriums im Zuge einer Regierungsumbildung durch Präsident Wolodymyr Selenskyj entlassen worden – inmitten von Spannungen mit der militärischen Führung des Landes und politischen Auseinandersetzungen. Seine Absetzung hatte seltene Proteste mitten im Krieg ausgelöst.
Seither hat Fedorow seine Kritik an Selenskyj verschärft. Anfang des Monats forderte er Wahlen noch während des andauernden russischen Angriffskriegs und warnte, die Ukrainer könnten nicht endlos leben, ohne zu verstehen, wie zentrale Entscheidungen getroffen würden. Selenskyj wies die Forderung zurück und warnte seinerseits, Wahlen im Kriegszustand könnten das Land zerstören.
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