Das Londoner Luxushotel Dorchester darf ein Auto von Scheich Nasser bin Abdullah al-Thani verkaufen, nachdem dieser Rechnungen in Höhe von rund 458.000 Pfund (rund 533.000 Euro) nicht beglichen haben soll. Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor, die die Financial Times nach eigenen Angaben einsehen konnte.
Demnach gab ein Londoner Gericht dem Hotel im Juli recht, nachdem das Dorchester al-Thani im März wegen ausstehender Zahlungen für Zimmer, sonstige Zimmerkosten und Zinsen verklagt hatte. Al-Thani soll 198.180,33 Pfund zuzüglich 3266,89 Pfund Zinsen für Hotelzimmer und weitere Zimmerkosten zahlen, wie laut dem Bericht aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht. Außerdem nennt die Financial Times einen nicht näher beschriebenen weiteren Betrag von 256.627,86 Pfund.
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Anwälte: Al-Thani will Gerichtsurteil anfechten
Das Gericht erlaubte dem Hotel in einer weiteren Entscheidung, einen 2011er Fiat 500 Abarth Tributo Ferrari des Scheichs zu verkaufen – ein „kompaktes Stadtauto in limitierter Auflage mit Rennstreifen“, wie die Zeitung berichtet. Die Financial Times verweist in dem Zusammenhang auf die Website The Classic Valuer, laut der der durchschnittliche Wiederverkaufspreis des Modells seit 2020 bei 23.500 Pfund lag.
Al-Thani erschien laut den Gerichtsunterlagen nicht zu der Verhandlung und ließ sich dort auch nicht anwaltlich vertreten. Seine Anwälte erklärten gegenüber der Financial Times, er habe erst kürzlich von dem Verfahren erfahren. Die Klage sei ihm nicht ordnungsgemäß zugestellt worden, zudem bestreite er die geforderte Summe. Er werde Schritte einleiten, um das Urteil aufheben zu lassen.
Ein Abarth 695 Tributo Ferrari, der auf dem Fiat 500 basiert.
© Depositphotos/imago
Die Preise für Zimmer des Fünf-Sterne-Hotels im Londoner Stadtteil Mayfair liegen dem Bericht zufolge bei etwa 1000 bis mehr als 8000 Pfund pro Nacht. Die Summe würde laut Financial Times also einem Aufenthalt von bis zu mehreren Monaten entsprechen. Das Hotel sehe für einige Zimmer allerdings eine Begrenzung für zusammenhängende Buchungen von 30 Tagen vor.
Al-Thani gehört laut Financial Times zur weit verzweigten katarischen Herrscherfamilie, hat jedoch keine staatliche oder Regierungsfunktion. Das Dorchester gehört der Brunei Investment Agency, einer staatlichen Investmentgesellschaft Bruneis. Vertreter des Hotels und dessen Anwälte lehnten eine Stellungnahme gegenüber der Zeitung ab.
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