BERLIN. Die anhaltenden Studentenproteste beflügeln die Fantasie der Bildungspolitiker. Erst hat die Bundesregierung nach langem Zögern nun doch eine Erhöhung der Ausbildungsförderung Bafög zum 1. Oktober 2010 beschlossen. Jetzt bringt die zuständige Ministern zwei weitere Instrumente ins Spiel: Bildungsschecks und das sogenannte Bildungssparen. Dieses soll das Prinzip des Bausparens nutzen, warb Annette Schavan (CDU) in der Rheinischen Post. "Das Bausparen hat doch gezeigt, dass so etwas funktioniert, wenn der Staat eine Zulage zahlt oder die Beiträge steuerlich absetzbar macht."Die Koalition hatte vereinbart, das Bildungssparen von Eltern, Großeltern oder anderen nahen Verwandten mit Prämien zu unterstützen. Ein entsprechender Prüfauftrag findet sich im schwarz-gelben Koalitionsvertrag. Zum Start soll dazu die Bundesregierung jedem neu geborenen Kind ein sogenanntes Zukunftskonto mit einem Startguthaben von 150 Euro einrichten. Auf dieses Konto sollen dann in Eigenregie zusätzliche Gelder eingezahlt werden, die freilich steuerlich begünstigt oder gefördert werden. Das Geld soll dann zu Studienbeginn bereitstehen.Mit sogenannten Bildungsschecks könnte nach den Überlegungen der Ministerin die Zahl der Schulabbrecher schon vor Studienbeginn gesenkt werden. "Die Bildungsschecks sollen zum Beispiel für Hausaufgabenhilfe, für Musikunterricht und Sport eingesetzt werden können", sagte Schavan. Jedes fünfte Kind könnte in den Genuss der staatlichen Hilfen kommen. Beide Pläne sind in den Ländern allerdings umstritten, da sie sehr kostspielig sind. Gespräche darüber könnte es auf dem geplanten Bildungsgipfel im Dezember geben."Privatisierung der Bildung"Kritik an den Plänen gab es von Seiten der SPD. Beide Vorhaben seien der Einstieg in die Privatisierung der Bildungskosten, bemängelte die Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung, die frühere sächsische Wissenschaftsministerin und GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange.Parallel zur Bafög-Erhöhung plant die Regierung außerdem ein nationales Stipendiensystem für besonders leistungsstarke Studenten. Der Umfang der Erhöhung muss mit den Ländern noch besprochen werden.------------------------------Foto: Auch am Sonnabend protestierten Schüler und Studenten, hier in Stuttgart.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]