Konflikt

Iran will Trump bei Midterms abstrafen: Bericht enthüllt Kalkül hinter Hormus-Angriffen

Jede Nacht werden Schiffe am Persischen Golf beschossen, die Ölpreise bleiben hoch. Hinter der Angriffsserie steckt einem Medienbericht zufolge ein politisches Kalkül.

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Oman, Khasab: Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.

Oman, Khasab: Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.

© Wen Xinnian/Xinhua/dpa

Die iranische Führung will nach eigenen Angaben mit einer Welle von Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus gezielt die US-Zwischenwahlen am 3. November beeinflussen. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf zwei iranische Regierungsvertreter. Teheran konzentriere sich demnach auf die Wahl und sehe die kommenden Wochen als entscheidend an, um Druck auf Präsident Donald Trump auszuüben.

In iranischen Staatsmedien spielten die Zwischenwahlen laut dem Bericht eine zentrale Rolle: Talkshows thematisierten steigende Energiepreise und mögliche Folgen republikanischer Verluste für Trumps Handlungsspielraum. Für einige iranische Offizielle bestehe das Ziel darin, Trump bei der Abstimmung zu „bestrafen“ – ähnlich wie die Geiselkrise 1980 den Wiederwahlkampf von Präsident Jimmy Carter belastet habe.

Das sagten der Zeitung ein arabischer und ein westlicher Diplomat. „Sie sind besessen“, sagte der arabische Diplomat über die iranische Führung. „Sie glauben, sie könnten eine Präsidentschaft stürzen.“ Alle Beamten äußerten sich anonym, da es um sensible diplomatische Vorgänge gehe.

Mehr als 20 Angriffe allein in diesem Monat

Nach Angaben der britischen Seeüberwachungsbehörde United Kingdom Maritime Trade Operations griff der Iran in diesem Monat bereits mehr als 20 Schiffe in der Straße von Hormus an, eines wurde versenkt. Im September habe es durchschnittlich rund 30 Angriffe pro Woche gegeben. Der iranische Sicherheitsberater Mohsen Rezaei sagte im Staatssender Press TV, der Iran nehme jede Nacht „fünf oder sechs“ Schiffe ins Visier.

Laut einem von der Washington Post zitierten westlichen Beamten führen die US-Streitkräfte täglich Operationen mit Kampfflugzeugen, Drohnen und Spezialkräften durch, um den Schiffsverkehr zu sichern. Daten des Analyseunternehmens Kpler zufolge erreichten die Ölexporte durch die Meerenge im September an mehreren Tagen fast das Vorkriegsniveau. Geopolitische Risiken erhöhten den Ölpreis derzeit um etwa 30 Dollar pro Barrel, sagte Amena Bakr, Leiterin des Bereichs Energie im Nahen Osten bei Kpler, der Washington Post.

Verhandlungen stocken

Nach Angaben eines mit den Gesprächen vertrauten iranischen Beamten tauschten iranische und US-amerikanische Vertreter beim letzten direkten Treffen im September am Rande der Vereinten Nationen Vorschläge aus. Teheran lehne jedoch die US-Forderung nach einem nuklearen Zugeständnis im Vorfeld ab. Ein westlicher Diplomat sagte der Washington Post, der Iran wolle sich durch die Angriffe wieder mehr Einfluss in den Verhandlungen verschaffen. Zugleich wachse in der Führung die Sorge, dass das Land binnen Monaten grundlegende Funktionen wie die Bezahlung der Sicherheitskräfte nicht mehr sicherstellen könne.

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Die Druckkampagne mit Blick auf den 3. November richte sich auch an künftige US-Regierungen, sagte Negar Mortazavi, iranische Forscherin am Center for International Policy in Washington, der Zeitung. „Iranische Offizielle wollen die Botschaft vermitteln, dass ein Angriff auf den Iran einen hohen politischen Preis hat, einschließlich der Möglichkeit, Wahlen zu verlieren.“

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