Iran-Krieg

Spritpreise den vierten Tag in Folge auf Rekordhoch: Kommen Entlastungen ab dem ersten Oktober?

E10 kostet erstmals 2,30 Euro. Es ist der vierte Rekord in Folge. Kanzler Merz kündigt Entlastung an, auch der Unionsfraktionschef macht Druck.

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Die Preise für Super E10 haben den vierten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht.

Die Preise für Super E10 haben den vierten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht.

© Bodo Marks/dpa

Die Spritpreise haben den nächsten Höchststand erreicht: Super E10 hat im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Dienstag erstmals 2,30 Euro pro Liter gekostet, wie aus Daten des ADAC hervorgeht.

Es war bereits der vierte Rekord in direkter Folge. Auch Diesel wurde erneut teurer und lag bei 2,422 Euro pro Liter. Für Autofahrer bedeutet das spürbar höhere Kosten an der Zapfsäule – und in Berlin wächst der Druck, gegenzusteuern. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Entlastungen angekündigt. Wie diese aussehen sollen, ist allerdings noch offen.

Spritpreise aktuell: E10 bei 2,30 Euro, Diesel dicht am Rekord

Der Durchschnittspreis für E10 lag am Dienstag um 1,4 Cent höher als am Montag. Diesel kostete einen Cent mehr als tags zuvor. Zum bisherigen Höchststand vom April, als der Liter 2,447 Euro erreichte, fehlt nur noch wenig.

Beide Kraftstoffe ziehen laut ADAC seit Ende August wieder deutlich an. Rechnet man die allgemeine Teuerung heraus, liegen die Preise nach diesen Angaben aber ein gutes Stück unter früheren Spitzenwerten.

Ob es weiter nach oben geht, ist offen: Das Portal „Tankerkönig“ ermittelte am Mittwochvormittag leicht höhere Werte als zur selben Zeit am Dienstag, während der Rohölpreis am Morgen etwas nachgab.

34 Euro mehr pro Tankfüllung seit dem Iran-Krieg

Wie kräftig es zuletzt nach oben ging, zeigt der Vergleich mit der Zeit vor dem Iran-Krieg. Am letzten Tag vor Kriegsausbruch war E10 rund 52 Cent günstiger, Diesel sogar fast 68 Cent. Auf eine Tankfüllung von 50 Litern gerechnet ergibt das einen Aufschlag von 26 Euro bei Benzin und 34 Euro bei Diesel.

Den größten Einfluss auf die Preise hat der Rohölmarkt. Er sei durch den Irankrieg und die Sperrung der Straße von Hormus gestiegen, weil große Mengen Öl und Gas am Weltmarkt fehlten.

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Warum Diesel derzeit teurer ist als Benzin

Neben dem Rohöl wirken auch Transport- und Raffineriekapazitäten auf den Preis. Diesel reagiert in Krisenzeiten empfindlicher. Das erklärt, warum er zurzeit mehr kostet als Benzin – obwohl er niedriger besteuert wird.

Je nach Region und Tankstellentyp fallen die Preise sehr unterschiedlich aus. Innerhalb eines Tages schwanken sie stark: Nach dem Preissprung am Mittag liegen die Kraftstoffe oft mehr als 20 Cent über dem Niveau davor, am späten Vormittag ist es meist am günstigsten.

An teuren Autobahntankstellen überschritten Premiumsorten zuletzt im Tageshoch teils die Marke von 3 Euro. An günstigen Stationen gab es E10 am Vormittag dagegen teilweise für rund 2,10 Euro.

Merz kündigt Entlastungen an – Instrumente noch offen

Angesichts der Rekordpreise wächst der politische Druck. Merz sagte beim Unternehmertag des Handelsverbands BGA in Berlin am Dienstag, er sei der Meinung, „dass wir handeln müssen“. Das „genaue Instrumentarium“ stehe aber noch nicht fest, man stehe dazu in engem Austausch in der Bundesregierung und mit den Ländern. „Sehr bald“ solle es einen Vorschlag geben.

Unionsfraktionschef Thorsten Frei drückt aufs Tempo. Im „Frühstart“ von RTL und ntv verlangte er am Mittwoch Sofortmaßnahmen zum 1. Oktober: „Die Menschen brauchen jetzt nicht die Aussicht auf Entlastung, sondern sie brauchen Entlastung.“

Als Optionen nannte Frei eine erneute Senkung der Energiesteuer nach dem Muster des Tankrabatts vom Mai und Juni sowie eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 19 auf 7 Prozent.

Koalition streitet über Maßnahmen zur Entlastung

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will lieber bestimmte Gruppen gezielt über Direktzahlungen entlasten und lehnt einen Preisdeckel ab. Der Plan hat jedoch praktische Tücken.

Laut Finanzministerium ist ein solcher Mechanismus inzwischen zwar möglich. Bisher liegen aber nur von 19 Prozent der Steuerpflichtigen die nötigen Bankverbindungen vor. Für eine Staffelung nach Einkommen fehlen dem Bund zudem Daten der Finanzämter.

CDA-Chef Dennis Radtke sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Direktzahlungen an Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen seien richtig, „wenn sie schnell und unbürokratisch kommen“.

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