Der bekannteste Grund, als Rentner nach Griechenland zu ziehen, kann Sie Geld kosten. Ausgerechnet jetzt, da das Land zum besten Ruhestandsziel der Welt gekürt wurde.
Im Global Retirement Index des Magazins International Living steht Griechenland für 2026 erstmals auf Platz eins. Im Vorjahr reichte es nur für Rang sieben.
Der Haken steckt in der viel beworbenen Steuer von sieben Prozent. Bei kleinen Renten ist sie teurer als der normale griechische Tarif.
Die Top Ten: Fünf Länder aus Europa
Hinter Griechenland folgen Panama und Costa Rica. Danach kommen Portugal, Mexiko, Italien, Frankreich, Spanien, Thailand und Malaysia.
Bewertet werden unter anderem Lebenshaltungskosten, Wohnen, Gesundheitsversorgung, Klima und Visaregeln. Hinzu kommt eine weiche Kategorie: das Bauchgefühl der Korrespondenten und Auswanderer, die das Magazin befragt.
Griechenland erreichte 90,1 von 100 Punkten. Am stärksten schnitt es bei Klima, Gesundheit und Wohnen ab.
Chefredakteurin Jennifer Stevens sprach bei der Vorstellung von einer Zeitenwende: Griechenlands Aufstieg an die Spitze verschiebe die Ruhestandslandschaft in Europa.
Rund 1850 Euro im Monat für ein Paar
Ein Paar komme in Griechenland mit weniger als 2000 US-Dollar im Monat aus, rechnet das Magazin vor. Das sind rund 1850 Euro, Miete, Essen und Transport inklusive.
Eine private Krankenversicherung für zwei Personen koste etwa 250 Euro im Monat. Mietwohnungen in Küstennähe gebe es ab rund 600 Euro.
Die Zahlen gehören eingeordnet. International Living schreibt für ein überwiegend amerikanisches Publikum, und an US-Preisen gemessen wirkt fast jedes Mittelmeerland billig.
7 Prozent Steuer: Frist bis 31. Oktober, aber nicht für jeden
Für Deutsche ist die Sonderregel für ausländische Rentner der eigentliche Magnet. Wer seinen Steuerwohnsitz nach Griechenland verlegt, zahlt bis zu 15 Jahre lang pauschal sieben Prozent auf seine Auslandseinkünfte.
Ende September hat Athen das Verfahren gelockert, wie die Athener Zeitung To Vima berichtet. Anträge sind jetzt bis zum 31. Oktober möglich statt bis Ende März, Unterlagen dürfen bis 30. November nachgereicht werden.
Wichtig für alle, die erst noch packen wollen: Für 2026 gilt der Sondersatz nur, wenn der Wohnsitz bis zum 2. Juli verlegt wurde. Wer später umzieht, kommt frühestens im Folgejahr in den Genuss.
Mehr als 1700 Anträge sind laut dem Blatt eingegangen, rund 1000 wurden bewilligt. Viele kommen aus Nord- und Westeuropa, auch aus Deutschland.
Voraussetzung ist eine Rente aus dem Ausland. In fünf der vergangenen sechs Jahre darf man in Griechenland nicht steuerpflichtig gewesen sein. Wer nur den Sommer im Ferienhaus verbringt, fällt durch: Der Lebensmittelpunkt muss wirklich am Mittelmeer liegen.
Die Falle: Unter 1175 Euro Rente zahlen Sie drauf
Die sieben Prozent werden ab dem ersten Euro fällig. Einen Freibetrag gibt es nicht.
Der normale griechische Tarif beginnt bei neun Prozent, zieht aber eine Steuergutschrift ab. Für kleine Einkommen fällt er deshalb niedriger aus, wie die Berliner Zeitung in einer Beispielrechnung zur griechischen Rentnersteuer gezeigt hat.
Bei 1000 Euro Rente im Monat kostet die Pauschale rund 317 Euro mehr im Jahr. Bei 2500 Euro spart man fast 3000 Euro. Die Grenze liegt bei etwa 1175 Euro brutto.
In Deutschland bliebe eine Rente von 1000 Euro oft ganz steuerfrei. Für Kleinrentner wird der Umzug in die Sonne so zum Minusgeschäft.
Auch Pensionäre profitieren kaum. Beamtenpensionen darf nach dem Doppelbesteuerungsabkommen in der Regel weiter Deutschland besteuern.
1,7 Millionen Renten gehen ins Ausland
Wer auswandert, ist in großer Gesellschaft. Die Deutsche Rentenversicherung überweist gut 1,7 Millionen Renten ins Ausland, berichtet Haufe unter Berufung auf Daten, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Rund 16 Prozent davon erhalten Deutsche, die im Ausland leben.
Für Griechenland brauchen Deutsche als EU-Bürger kein Visum. Wer in der Krankenversicherung der Rentner ist, bleibt über das Formular S1 in der Regel abgesichert. Was beim Rentenbezug im Ausland sonst zu beachten ist, haben wir zusammengefasst.
Für wen sich Griechenland wirklich lohnt
Mehr als die Hälfte der griechischen Rentner bekommt selbst weniger als 1000 Euro im Monat. In Athen steigen die Mieten seit Jahren deutlich.
Das Ranking belohnt deshalb vor allem Ruheständler mit Betriebsrente, Privatvorsorge oder Depot. Genau diese Gruppe will Athen mit der Pauschalsteuer anlocken.
Wer den Sondersatz bekommt, muss die Steuer bis zum letzten Werktag im Dezember in einer Summe überweisen. Wer diese Frist verpasst, verliert ihn und zahlt auf sein gesamtes Welteinkommen den normalen Tarif.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine Steuerberatung.
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