Niedrigwasser

Rhein droht wegen Trockenheit unpassierbar zu werden

Der Pegel Kaub fällt auf einen historischen Tiefstand. Der Binnenschifffahrtsverband warnt, dass der Güterverkehr auf dem Rhein bald zum Erliegen kommen könnte.

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Am Rhein in Duisburg fahren Schiffe in der Fahrrinne, am Ufer sind breite Sandbänke sichtbar, die bei normalem Wasserstand unter Wasser sind.

Am Rhein in Duisburg fahren Schiffe in der Fahrrinne, am Ufer sind breite Sandbänke sichtbar, die bei normalem Wasserstand unter Wasser sind.

© Christoph Reichwein/dpa

Wegen der anhaltenden Trockenheit könnte der Rhein nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) in dieser Woche nicht mehr durchgängig für den Güterverkehr befahrbar sein. Mehrere Bundesländer haben das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw ausgesetzt, um Transporte auf die Straße verlagern zu können.

Am für die Schifffahrt maßgeblichen Pegel Kaub werde im Laufe der Woche erstmals ein einstelliger Wert erwartet, sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen der Rheinischen Post. Damit sei der Rhein faktisch zweigeteilt. Zwischen den Häfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen sowie Nordrhein-Westfalen bis etwa Köln sei weiterhin Verkehr möglich, ebenso an den Nebenflüssen Neckar, Mosel, Main und Main-Donau-Kanal. In der Region um Kaub werde die gewerbliche Schifffahrt bei diesen Pegelständen jedoch keinen Gütertransport mehr durchführen können, sagte Schwanen. Gleiches gelte für Ausflugs- und Kreuzfahrtschiffe.

Der Pegel Kaub lag laut Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt am frühen Montagmorgen bei 17 Zentimetern. Der bisher niedrigste bekannte Wasserstand war 2018 mit 25 Zentimetern gemessen worden.

Die niedrigen Pegel stellen die Binnenschifffahrt vor Probleme, weil die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren können. Das erhöht die Transportkosten und belastet vor allem Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind.

Länder lockern Lkw-Fahrverbot

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte vergangene Woche vorgeschlagen, das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw auszusetzen. Nach Angaben des Verkehrsministeriums vom Montag erließen inzwischen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg entsprechende Ausnahmegenehmigungen. Bilger zeigte sich im ZDF zufrieden mit der Reaktion. Viele Logistiker hätten bereits davon Gebrauch gemacht, auch am Sonntag zu fahren, sagte er.

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Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) äußerte sich zurückhaltend. Vorstandssprecher Dirk Engelhardt verwies in der Rheinischen Post auf die Lenk- und Ruhezeitenverordnung, die die verfügbare Lenkzeit begrenze. Engelhardt forderte eine zentrale Koordinierungsstelle, die bei Niedrigwasser über vorrangig zu verladende Güter entscheidet. Besonders betroffen seien laut Engelhardt die chemische Industrie, die Tankstellenversorgung und die Ernährungsindustrie. (mit dpa)

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