Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den zweimaligen Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe zum neuen Staatsminister für Sport im Bundeskanzleramt berufen. Der 44-Jährige folgt damit auf die aus Ostdeutschland stammende bisherige Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU), deren Ablösung vor allem in ostdeutschen Landesverbänden auf Kritik gestoßen war.
Schenderlein wechselt ins Gesundheitsministerium. Ihr Weggang aus dem Kanzleramt war bereits vor der Sommerpause verkündet worden. Anders als zunächst erwartet entschied sich Merz bei der Nachfolge nicht für eine Frau – und auch nicht für eine Person aus den ostdeutschen Bundesländern. Der gebürtige Berliner Rauhe lebt heute in Potsdam, ist in Westdeutschland aufgewachsen und war Merz zufolge von vornherein als jemand mit sportlicher Vergangenheit vorgesehen.
Prozess gegen den ersten Nord-Stream-Verdächtigen beginnt im Oktober
Vierter Großbrand binnen weniger Wochen: Feuerteufel bei Agrarbetrieb in Ostthüringen?
Merz gab die Personalie in einem Video auf Instagram bekannt. „Herr Staatsminister, herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, willkommen im Team“, sagte der Kanzler darin. Mit der Entscheidung ist der Umbau der Bundesregierung nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn abgeschlossen. Der Posten im Kanzleramt war zuletzt der einzige unbesetzte.
Olympiagold zum Karriereende
Rauhe war auf die kurzen Kanu-Strecken über 200 und 500 Meter spezialisiert. Seinen ersten Olympiasieg holte er 2004 in Athen im Zweier-Kajak. Zum Abschluss seiner Laufbahn gewann er bei den Spielen in Tokio 2021 mit dem Vierer-Kajak erneut Gold. Bei Welt- und Europameisterschaften errang er dutzende Goldmedaillen in allen Bootsklassen vom Einer bis zum Vierer.
Einsatz für Athleteninteressen
Nach seiner aktiven Karriere engagierte sich der Sportsoldat für die Weiterentwicklung der Rennkanus mit dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) sowie für die Belange der Athleten. Seit 2023 gehört Rauhe der Athletenkommission des Europäischen Olympischen Komitees an. Er hatte sich zuvor für die Einrichtung eines Sportministerpostens im Kanzleramt eingesetzt. Im Januar hatte er von Schenderlein noch das Silberne Lorbeerblatt entgegengenommen. (mit AFP)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]