Schifffahrt

Route nahe Iran: Japanische Tankerflotte verlässt Straße von Hormus

Die Öltransporte kommen wieder in Gang: Zehn Schiffe mit Verbindung zu Japan sollen die Meerenge nach monatelanger Blockade erfolgreich passiert haben.

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Wartende Schiffe Ende Juni in der Straße von Hormus. Immer mehr Tankern gelingt offenbar die Durchfahrt.

Wartende Schiffe Ende Juni in der Straße von Hormus. Immer mehr Tankern gelingt offenbar die Durchfahrt.

© Wen Xinnian/imago

Zehn mit Japan verbundene Schiffe haben am Montag offenbar die Straße von Hormus in Richtung offenes Meer durchquert. Das geht aus Schifffahrtsdaten des Finanzdienstleisters LSEG hervor, wie etwa die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Zu der Flotte zählen demnach sechs Supertanker mit insgesamt zwölf Millionen Barrel Rohöl aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, zwei Chemietanker, ein Autofrachter und ein Containerschiff. Die Ladungen waren zwischen Ende Februar und Anfang März an Bord genommen worden und steckten seither wegen des Iran-Krieges im Golf fest.

Der Großteil der Schiffe wird nach Reuters-Angaben von der japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL) betrieben. Das Unternehmen habe erklärt, bei Fahrten durch die Meerenge die Sicherheit von Besatzungen, Ladung und Schiffen an oberste Stelle zu setzen. Eine Stellungnahme zu den aktuellen Bewegungen lehnte MOL ab.

Konvoi nutzt Route nahe der iranischen Küste

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg bewegten sich mindestens acht der von MOL kontrollierten Schiffe im Konvoi und nutzen dabei eine Route nahe der iranischen Küste.

Einige Schiffe hätten zuvor bereits versucht, die Meerenge über einen von den USA gesicherten Korridor entlang der omanischen Küste zu verlassen, diese Fahrten jedoch abgebrochen. Iran hatte wiederholt erklärt, nur Schiffe mit Genehmigung Teherans passieren zu lassen.

Zahl der festsitzenden Tanker deutlich gesunken

Sollten die aktuellen Durchfahrten gelingen, wäre die Zahl der zu Kriegsbeginn im Persischen Golf festsitzenden Großtanker nach Bloomberg-Angaben auf eine Handvoll gesunken. Anfang März seien es noch mehr als 100 gewesen.

Der MOL-Vorsitzende Takeshi Hashimoto hatte Anfang Juni erklärt, sein Unternehmen zähle zu den Reedereien, die Tokio indirekt um Unterstützung für die Ausfahrt ihrer Schiffe gebeten hätten.

Vor dem Krieg wurde nach Bloomberg-Angaben ein Fünftel des weltweiten Öltransports über die Straße von Hormus abgewickelt.

Nach einer vorläufigen Friedensvereinbarung zwischen den USA und Iran im vergangenen Monat versucht Teheran, seine Kontrolle über die Meerenge geltend zu machen. Die Ölexporte der Golfstaaten über Hormus nehmen laut Reuters wieder zu, liegen aber weiterhin rund 40 Prozent unter dem Vorkriegsniveau.

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