Im juristischen Streit um die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren früheren Ehemann Christian Ulmen hat ein Gericht auf Mallorca die Abgabe des Ermittlungsverfahrens an die deutsche Justiz nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Der Widerspruch von Fernandes gegen eine entsprechende frühere Entscheidung sei demnach zurückgewiesen worden.
Der spanische Rechtsanwalt von Fernandes, Jorge Agüero Lafora, kündigte laut dpa an, die Ablehnung des Widerspruchs von der nächsthöheren Gerichtsinstanz überprüfen zu lassen und habe Rechtsmittel eingelegt. Fernandes will demnach erreichen, dass das Verfahren bei der Justiz auf Mallorca bleibt.
Oui? Collien Fernandes fragt beim Deutschen Filmpreis auf dem Red Carpet um Consent
Neues Verfahren gegen Christian Ulmen: Anfangsverdacht wegen häuslicher Gewalt
Deutsche Unterlagen: Gericht sieht deutsche Justiz zuständig
Fernandes hatte Ulmen im Dezember in Palma angezeigt. Das zuständige Gericht halte jedoch die deutsche Justiz für zuständig, da es sich um deutsche Staatsbürger handelt, Unterlagen in deutscher Sprache vorliegen und sich die meisten der vorgeworfenen Taten in Deutschland abgespielt haben sollen. In Spanien gelten für sexualisierte Gewalt härtere Strafen als in Deutschland, auch im digitalen Raum gibt es mehr gesetzlichen Schutz. Wohl aus diesem Grund und weil das Ex-Ehepaar zwischenzeitlich auf Mallorca gewohnt hatte, dürfte Fernandes auf der spanischen Zuständigkeit bestehen.
Die Moderatorin und Schauspielerin wirft Ulmen unter anderem körperliche Übergriffe sowie die Verbreitung pornografischer Darstellungen über Fake-Profile in ihrem Namen vor. Die Vorwürfe lösten in Deutschland eine breite Debatte über sexualisierte Gewalt aus.
Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam, wo das Paar vor dem Umzug nach Mallorca 2023 gelebt hatte. Die Behörde hatte Ende Mai bestätigt, dass gegen Ulmen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt eingeleitet wurde. Es gehe um mehrere mutmaßliche Vorfälle in den Jahren 2022 und 2023 in Spanien. Zudem wird gegen den Schauspieler weiterhin wegen des Anfangsverdachts der Nachstellung ermittelt. Die Vorwürfe der „digitalen Gewalt“ würden weiterhin geprüft. In allen laufenden Verfahren gilt die Unschuldsvermutung.
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