Russische Kampfjets haben ein britisches Spionageflugzeug über dem Schwarzen Meer nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums mehrfach „gefährlich“ bedrängt. Darüber berichteten unter anderem die BBC und der Guardian unter Berufung auf das Ministerium in London.
Demnach näherte sich ein russischer Kampfjet vom Typ Su-35 dem unbewaffneten Aufklärungsflugzeug der Royal Air Force so stark, dass Notfallsysteme ausgelöst wurden und der Autopilot ausfiel. Ein weiteres russisches Kampfflugzeug vom Typ Su-27 soll sechs Tiefflüge direkt vor der Nase des britischen Flugzeugs durchgeführt haben – teilweise in nur sechs Metern Entfernung.
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John Healey spricht von „unakzeptablem Verhalten“
Der britische Verteidigungsminister John Healey sprach von „gefährlichem und inakzeptablem Verhalten“ russischer Piloten gegenüber einem unbewaffneten Flugzeug im internationalen Luftraum. „Diese Aktionen schaffen ein ernstes Risiko für Unfälle und eine mögliche Eskalation“, erklärte Healey laut BBC. Der Vorfall werde Großbritannien jedoch nicht davon abhalten, die Nato-Ostflanke weiter zu unterstützen.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums befand sich das britische RC-135W „Rivet Joint“-Flugzeug auf einem routinemäßigen Überwachungsflug zur Unterstützung der Nato.
Schwerster Zwischenfall seit 2022
Laut britischem Verteidigungsministerium handelt es sich um den gefährlichsten Zwischenfall dieser Art seit September 2022. Damals feuerte ein russischer Pilot über dem Schwarzen Meer eine Rakete auf ein britisches „Rivet Joint“-Flugzeug ab. Russland sprach damals von einer „technischen Fehlfunktion“. Später berichtete die BBC unter Berufung auf westliche Verteidigungsquellen jedoch, der Pilot habe die Rakete nach einem missverständlichen Funkspruch bewusst abgefeuert.
Die „Rivet Joint“-Maschinen gehören zu den wichtigsten elektronischen Aufklärungsflugzeugen der britischen Luftwaffe. Sie sammeln Daten über Radar-, Kommunikations- und Waffensysteme und werden regelmäßig nahe russischer Militärgebiete eingesetzt.
Spannungen in Europa nehmen zu
Der Vorfall reiht sich in eine Serie wachsender Spannungen zwischen Russland und Nato-Staaten ein. Großbritannien meldete zuletzt verstärkte Aktivitäten russischer Kriegsschiffe und U-Boote nahe kritischer Infrastruktur in Nord- und Ostsee. In Litauen wurde zudem zeitweise der Flugverkehr eingeschränkt, nachdem eine Drohne in den Luftraum des Nato-Staats eingedrungen war.
Die litauische Armee forderte die Bevölkerung in der Hauptstadt auf, umgehend Schutz zu suchen. Auch im Parlamentsgebäude in Vilnius wurde eine Warnung über die Lautsprecheranlage verbreitet, woraufhin der litauische Präsident und die Premierministerin eilig in unterirdische Bunker gebracht wurden.
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