US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgefordert, Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. „Herr Selenskyj muss eines tun. Er muss aufhören, Dieselkraftstoff in Russland zu treffen“, sagte Trump laut Politico am Sonntag bei einem Besuch in Irland.
Er fügte hinzu: „Er soll ruhig Ziele angreifen, aber keinen Dieselkraftstoff, denn dadurch verursacht er eine Verknappung von Dieselkraftstoff.“ Die Angriffe würden zu einer Verknappung des Kraftstoffs führen und „der Welt schaden“, sagte der US-Präsident nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters.
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Trump zu hohen Kraftstoffpreisen: „Liegt nicht am Nahen Osten“
Trump wies zugleich zurück, dass der Iran-Krieg für den starken Anstieg der weltweiten Kraftstoffpreise verantwortlich sei. „Das liegt nicht am Nahen Osten“, sagte er Politico zufolge. Die Entwicklung sei auf das Geschehen zwischen Russland und der Ukraine zurückzuführen. Seine Regierung habe mit Selenskyj darüber gesprochen, sagte Trump. Es gebe „genügend andere Ziele“.
Eine Serie von ukrainischen Angriffen auf russische Ölraffinerien hat die Treibstoffproduktion des Landes laut Reuters zuletzt verringert und zu Benzinknappheit in Russland geführt.
Auch die US-Regierung hatte die ukrainischen Angriffe zuletzt mit der angespannten Lage auf dem Dieselmarkt in Verbindung gebracht. Energieminister Chris Wright sagte dem Sender CBS in der vergangenen Woche, die Lage beim Diesel sei schwierig, weil russische Raffinerien erheblich beschädigt worden seien. Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender Fox News, die USA erlebten einen „Energieschock“, zu dem auch die ukrainischen Angriffe auf russische Energieanlagen beitrügen.
Der nationale Durchschnittspreis für Dieselkraftstoff stieg in den USA laut dem Preisverfolgungsdienst GasBuddy am Donnerstag erstmals auf mehr als 6 Dollar pro Gallone, berichtete die Nachrichtenagentur.
Bericht: Russland senkt Prognose für Ölförderung
Ein anonymer ranghoher europäischer Vertreter, der mit den von den USA vermittelten Gesprächen zwischen Moskau und Kiew vertraut sei, erklärte gegenüber Politico, die US-Regierung suche offenbar angesichts der bevorstehenden Kongresswahlen in den USA nach einem Verantwortlichen für die hohen Preise. Russische Diesel- und Ölexporte seien für den US-Verbrauch nie von großer Bedeutung gewesen. Es sei daher „absurd“, die Ukraine dafür verantwortlich zu machen, so die Quelle.
Nach einem Entwurf der russischen Regierung, den Reuters nach eigenen Angaben einsehen konnte, wurde die Prognose für die Ölförderung des Landes in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren gesenkt; zugleich seien die Erwartungen für die Treibstoffexporte 2026 und 2027 wegen des Krieges nach unten korrigiert worden.
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