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Russland: Öltanker und Hafen offenbar mit Anti-Drohnen-Netzen ausgestattet

Mehrere Tanker fahren einem Bericht zufolge mit Netzen bedeckt, die vor Drohnenangriffen schützen sollen. Auch im Hafen von Noworossijsk wurden entsprechende Befestigungen installiert.

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Ein Öltanker liegt im Hafen von Noworossijsk

Ein Öltanker liegt im Hafen von Noworossijsk

© ---/AP/dpa

Zum Schutz vor ukrainischen Drohnenangriffen werden Öltanker und Hafenanlagen offenbar mit Drohnen-Netzen und -vorrichtungen ausgerüstet, wie die Financial Times berichtet. Derartige Anti-Drohnen-Maßnahmen waren dem Bericht zufolge bislang vor allem vom Land bekannt – nun tauchen sie auch auf See auf.

Etwa fuhr der von Großbritannien und der EU sanktionierte Tanker Caruzo am Dienstag vom Schwarzen Meer durch den Bosporus, wie die Zeitung berichtet. Aufnahmen des Schifffahrtsanalysten Yörük Işık, der die Istanbuler Beratungsfirma Bosphorus Observer betreibt, zeigten demnach Drohnennetze und stapelbare Wassertanks an den Seiten des Schiffs, auch eine Seite der Kommandobrücke sei mit einem Netz bedeckt.

„Die Angst ist echt“

„Die ‚Mad Max‘-Filme haben nichts, was das übertreffen könnte“, sagte Işık dem Bericht zufolge. Nach seinen Angaben fährt der Tanker Rizvel ebenfalls mit Netzen bedeckt südlich von Istanbul im Marmarameer. Die Besatzung der Caruzo hätten die Brücke nicht nur mit Netzen bedeckt, sondern sich regelrecht „eingeboxt“, erklärte Samir Madani, Mitgründer der Schifffahrt-Überwachungsseite Tankertrackers.com. Sein Fazit: „Die Angst ist echt.“

Die Schutzmaßnahmen machten nach Angaben der Financial Times einen eher provisorischen Eindruck im Vergleich zu einigen Konstruktionen an Land in der Ukraine, wo einige Fahrzeuge mit aufwendigen Metallkäfigen überzogen seien. Netze und Käfige sollen demnach einen größeren Abstand zwischen Sprengkopf und Objekt schaffen, sodass eine Detonation weiter entfernt ausgelöst wird.

Die Wassertanks am Rumpf sollen ebenfalls Schutz vor Angriffen bieten. Sie ähneln dem Bericht zufolge jenen, die auf russischen Panzern verwendet werden, und sollen die Wucht von Luft- und Seeangriffen absorbieren.

Angriffe im Schwarzen Meer: JD Vance telefonierte mit Selenskyj

In den vergangenen zwei Monaten hatte die Ukraine laut Financial Times Schiffe im Asowschen und im Schwarzen Meer ins Visier genommen, um russische Öllieferungen einzuschränken. Das Schwarze Meer ist eine zentrale Route für russische Ölexporte, aber auch für ukrainisches Getreide, das Moskau als Vergeltung ins Visier genommen habe.

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Die Financial Times hatte bereits am Mittwoch unter Berufung auf Quellen berichtet, dass US-Vizepräsident JD Vance in einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Ende Juli darum gebeten habe, die Angriffe nahe des CPC-Terminals im russischen Hafen Noworossijsk einzustellen.

Die CPC-Pipeline gilt demnach als wichtigste Ölexportroute Kasachstans, an der auch die US-amerikanischen Energiekonzerne Chevron und ExxonMobil beteiligt sind. Washington sei zudem besorgt gewesen, dass die Angriffe den globalen Ölmarkt weiter destabilisieren könnten. Die Frachtraten in der Region stiegen laut der Preisagentur Argus stark an, wie die Financial Times berichtet. Versicherungen seien eingeschränkt oder nur zu hohen Preisen zu bekommen.

Netze und Befestigungen auch an Häfen

Nicht nur Schiffe, auch Häfen werden befestigt. Im Hafen von Noworossijsk zeigen Satellitenbilder sowie Fotos und Videos aus offenen Quellen Netze und weitere Befestigungen, so die Financial Times. Rund um den Marinestützpunkt der Schwarzmeerflotte und die Hafenzufahrten sind sie demnach installiert. Auf Airbus-Satellitenbildern seien große umnetzte Gestelle zu erkennen.

Zusätzlich blockieren Sperren und Lastkähne die Einfahrt zum Militärhafen. Diese Schutzmaßnahme besteht laut Financial Times bereits seit März 2024.

Die Ukraine hatte Noworossijsk am Mittwoch erneut angegriffen. Dabei wurden Kriegsschiffe auf einem Marinestützpunkt getroffen und zwei wichtige Getreideterminals zur Einstellung des Betriebs gezwungen, wie Reuters unter Berufung auf russische und ukrainische Quellen sowie Quellen aus der Getreideindustrie berichtet. Der zuständige Gouverneur, Weniamin Kondratjew, meldete mindestens zwei Tote, darunter ein Kind.

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