Die Infrastruktur des Getreideterminals NKHP im Hafen von Noworossijsk in der südrussischen Region Krasnodar ist bei einem Angriff in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch beschädigt worden. Das teilte die russische Vereinigte Getreidegesellschaft OZK am Mittwoch mit. Verletzte habe es unter den Beschäftigten nicht gegeben.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf vier Vertreter der Branche beruft, stellte neben dem NKHP-Terminal mit einer jährlichen Exportkapazität von 7,1 Millionen Tonnen auch das benachbarte Novorossiysk Grain Terminal mit einer Kapazität von 8,5 Millionen Tonnen infolge der Angriffe den Betrieb ein.
Ein Sprecher der Eigentümerin Demetra Holding bestätigte laut Reuters Schäden, ohne Einzelheiten zu nennen. Russland ist nach Angaben von Reuters der weltweit größte Weizenexporteur, ein Großteil der Ausfuhren läuft über Schwarzmeerhäfen wie Noworossijsk.
Marinebasis und Wohngebiete getroffen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach laut AP am Mittwoch in einem Social-Media-Post von einer in dieser Form beispiellosen nächtlichen Operation gegen die Marinebasis in Noworossijsk, die er als letzten großen Stützpunkt der russischen Flotte im Schwarzen Meer bezeichnete. Nach seinen Angaben wurden Luftabwehrstellungen, Piers und Hafeninfrastruktur getroffen. Zum Einsatz kamen laut Selenskyj Antischiffsraketen, Flug- und Seedrohnen.
Der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, sprach von einer massiven Angriffswelle auf Noworossijsk, Anapa, Gelendschik und den Bezirk Temrjuk. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet worden, darunter ein achtjähriges Kind. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden. Trümmer abgeschossener Drohnen seien auf vier Industrieanlagen und 21 Wohngebäude gefallen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe mehr als 500 ukrainische Drohnen abgeschossen.
Ölinfrastruktur offenbar nicht betroffen
In Noworossijsk befindet sich auch bedeutende Ölinfrastruktur, darunter die Endstelle der Pipeline des Caspian Pipeline Consortium (CPC), an dem die US-Konzerne Chevron und ExxonMobil beteiligt sind. Hinweise auf Treffer an der CPC-Infrastruktur oder an Tankern gab es nach Reuters-Angaben zunächst nicht.
Die Zeitung Financial Times berichtete laut Reuters, die Ukraine habe Angriffe auf CPC-Tanker nach einer Bitte von US-Vizepräsident JD Vance eingestellt.
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