Streit um Starlink

Ryanair-Chef O'Leary kontert Musk auf Pressekonferenz: „Besseres Investment als X“

O'Leary reagiert in Dublin auf eine Übernahme-Drohung von Elon Musk für Ryanair. Ihm zufolge steigen durch öffentlichen Streit die Buchungen.

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Ryanair-Chef Michael O'Leary hat am Mittwoch in Dublin auf einer Pressekonferenz die Auseinandersetzung mit Tech-Milliardär Elon Musk fortgesetzt. Er bezeichnete Musks Übernahme-Andeutungen als „Twitter-Wutanfall“ und erklärte, ein Investment in Ryanair würde deutlich bessere Renditen abwerfen als Musks Erträge aus der Plattform X.

Eine tatsächliche Übernahme durch den US-Milliardär sei jedoch ausgeschlossen, so O'Leary. EU-Vorschriften verlangen, dass Fluggesellschaften mit Sitz in der Union mehrheitlich im Besitz von Personen aus der EU, der Schweiz, Norwegen, Island oder Liechtenstein sein müssen.

Der öffentliche Schlagabtausch beschert der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair offenbar steigende Nachfrage. Die Buchungen seien in den vergangenen fünf Tagen um zwei bis drei Prozent gestiegen, sagte O'Leary. Das sei ein erheblicher Zuwachs.

Streit um Starlink-Kosten eskalierte

Auslöser der Fehde war O'Learys Absage an Musks Satelliten-Internetdienst Starlink. Der Ryanair-Chef hatte erklärt, die Installation der Antennen würde durch zusätzlichen Luftwiderstand die Treibstoffkosten erhöhen und die Airline bis zu 250 Millionen Dollar jährlich kosten.

O'Leary sagte, er habe zwölf Monate lang mit Starlink verhandelt. Die Kosten seien für Ryanair jedoch zu hoch. Beide Seiten hätten zudem völlig unterschiedliche Erwartungen an die Zahlungsbereitschaft der Passagiere: Starlink gehe von 90 Prozent aus, Ryanair rechne mit weniger als zehn Prozent.

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O'Leary nennt Onlinedienst X eine „Jauchegrube“

Musk hatte O'Leary daraufhin auf X als „unerträglichen Buchhalter" und „Vollidiot" bezeichnet und seine Entlassung gefordert. O'Leary nannte Musk im irischen Radio Newstalk einen „Idioten – sehr reich, aber trotzdem ein Idiot" und bezeichnete X als „Jauchegrube“.

Musk fragte seine Follower am Montag in einer Abstimmung, ob er Ryanair kaufen und „jemanden, der tatsächlich Ryan heißt“, mit der Leitung beauftragen solle. Etwa drei Viertel stimmten zu. Der Ryanair-Gründer Tony Ryan starb 2007.

Die Airline nutzte den Streit zudem für Marketing: „Danken Sie nicht uns, sondern diesem großen ‚Idioten‘ Elon Musk“, warb Ryanair auf Facebook für einen Sitzplatzverkauf. Die Ryanair-Aktie blieb während des Streits weitgehend stabil – ein Zeichen dafür, dass Investoren Musks Übernahme-Drohung nicht ernst nehmen. Andere Airlines wie die Lufthansa planen hingegen, Starlink einzuführen.

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