Der Rückzug von Ryanair aus Berlin könnte die Entwicklung des Hauptstadtflughafens weiter bremsen. Die irische Fluggesellschaft schließt zum 24. Oktober ihre Basis am Flughafen Berlin Brandenburg (BER), zieht sieben stationierte Flugzeuge ab und reduziert ihr Angebot in der Hauptstadt im Winterflugplan um rund die Hälfte. Zwölf Direktverbindungen entfallen komplett.
Ryanair verlagert Kapazitäten
Folgende Zielen werden dann vom BER aus nicht mehr mit Ryanair erreichbar sein: Bologna, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, Marseille, Palermo, Pisa, Reggio Calabria, Tallinn, Thessaloniki, Triest und Vilnius.
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Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der BER ohnehin hinter vielen europäischen Wettbewerbern zurückliegt.
Nach Daten von Eurostat, die von Euronews ausgewertet wurden, lag Berlin 2025 mit 26,1 Millionen Passagieren nur knapp vor dem Flughafen Warschau-Chopin. Im laufenden Jahr hat Warschau die deutsche Hauptstadt beim Fluggastaufkommen zeitweise bereits überholt.
Ryanair macht vor allem die hohen Kosten des Standorts Deutschland verantwortlich. Seit der Pandemie seien die Flughafenentgelte in Berlin massiv gestiegen, hinzu kämen höhere Sicherheits- und Flugsicherungsgebühren sowie die Luftverkehrsteuer.
Die Airline verlagert ihre Kapazitäten stattdessen in europäische Märkte mit niedrigeren Abgaben und günstigeren Rahmenbedingungen.
Die Folgen dürften über den Luftverkehr hinausreichen. BER-Chefin Aletta von Massenbach rechnet infolge des Ryanair-Rückzugs mit einem Rückgang der Fluggastzahlen.
Gleichzeitig baut Ryanair sein Engagement in Polen aus und stationiert zusätzliche Flugzeuge am Flughafen Warschau-Modlin. Beobachter werten dies als weiteres Zeichen dafür, dass sich Wachstum im europäischen Luftverkehr zunehmend in Länder mit geringeren Standortkosten verlagert.
Verbände der Luftverkehrswirtschaft warnen seit Längerem, dass Deutschland bei der Erholung des Luftverkehrs hinter anderen europäischen Staaten zurückfällt. Weniger Direktverbindungen könnten nach Einschätzung von Wirtschaftsvertretern auch die internationale Erreichbarkeit von Unternehmensstandorten verschlechtern. Gerade für Berlin, das seit Jahren um mehr Langstrecken- und Geschäftsreiseverbindungen wirbt, kommt der Kapazitätsabbau zur Unzeit.
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