Das Land hat den Maßnahmeplan „Weltkultur erleben in Sachsen-Anhalt“ für 2026 bis 2031 verabschiedet. Damit steht fest: Die Welterbe-Kampagne „6 Staunenswerte“ geht weiter. Aus den betroffenen Stätten kommt Zustimmung – verbunden mit Wünschen an das Land.
Die Welterbestadt Quedlinburg und die städtische Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH (QTM) begrüßen die Entscheidung ausdrücklich. Für Quedlinburg sei das UNESCO-Welterbe „einer unserer wichtigsten touristischen Anker“, so QTM-Geschäftsführerin Doreen Walter. Der Mehrwert der Kampagne liege für sie im gemeinsamen Auftritt: Die sechs Stätten ergänzten sich, statt zu konkurrieren. Davon profitierten auch Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel vor Ort.
Quedlinburg: Verlässlichkeit und mehr internationale Sichtbarkeit gewünscht
Walter äußert einen klaren Wunsch an das Land: Die touristische Vermarktung solle „langfristig und verlässlich“ gefördert werden. Vor allem die überregionale und internationale Sichtbarkeit müsse weiter wachsen – durch kontinuierliche digitale Vermarktung, internationale Ansprache, gemeinsame Vertriebsaktivitäten und buchbare Angebote.
Noch deutlicher wird Katrin Kaltschmidt, Welterbekoordinatorin der Stadt Quedlinburg: Angesichts der Bedeutung der Welterbestätten mit ihren vielfältigen Aufgaben müsse bei geringer werdenden Ressourcen „eine ausreichende, langfristige, planbare und kontinuierliche finanzielle Unterstützung des Landes für die Stätten gesichert werden“.
Stiftung Luthergedenkstätten: Wunsch nach Fortschreibung über 2031 hinaus
Auch die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt begrüßt die Strategie bis 2031 und die Fortsetzung der „6 Staunenswerten“. Sie sehe darin ein Zeichen für die weltweite Bedeutung des Erbes im Land – und für dessen Weltoffenheit. Die Kampagne sei seit Jahren zentraler Baustein der eigenen Kommunikation und wichtigste Plattform zur Vernetzung mit dem Land und den anderen Stätten. Entstanden seien daraus etwa das Kinder-Entdeckerheft, mehrere Touren und der Welterbe-Kompass, dazu Messeauftritte und Veranstaltungen.
Konkret geholfen habe die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (IMG) zuletzt bei der dezentralen Landesausstellung zu 500 Jahren Bauernkrieg mit Abschlussveranstaltung in Eisleben – und in diesem Jahr bei der Kampagne „30 Jahre Weltkulturerbe der Luthergedenkstätten“, unter anderem mit einer Pressereise. Auch das Kommunikationskonzept 2022 sei mit IMG-Förderung entstanden.
Die Stiftung betreut als Landesstiftung vier eigene Welterbestätten – Lutherhaus und Melanchthonhaus Wittenberg, Luthers Geburtshaus und Sterbehaus Eisleben – sowie zwei weitere: Schlosskirche und Stadtkirche Wittenberg. Die Welterbestrategie gebe ihr Planungssicherheit bis 2031. Ihr Wunsch: Diese Sicherheit solle über 2031 hinaus fortgeschrieben werden – für alle Welterbestätten des Landes. Gerade im Jubiläumsjahr 2026 zeige sich, wie wichtig der UNESCO-Status für die Besucher sei. Ebenso wichtig sei es, seine Bedeutung den Menschen vor Ort zu vermitteln.
Das Kabinett: Drei Ziele bis 2031
Das Land begründet die Fortführung mit der „außergewöhnlichen Dichte“ seiner Welterbestätten. Kulturminister Rainer Robra erklärte, Sachsen-Anhalt bekenne sich klar dazu, „dieses einzigartige Erbe zu bewahren, denkmalgerecht weiterzuentwickeln und gleichzeitig fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen“. Der neue Maßnahmeplan wertet die Jahre 2020–2025 aus und setzt neue Schwerpunkte: Klimaanpassung, Sicherheit von Kulturgütern, Immaterielles Kulturerbe, Industriekultur. Auch der internationale Tourismusmarkt soll laut Plan stärker in den Fokus rücken.
Drei Ziele nennt das Land für die kommenden fünf Jahre: Erstens ressortübergreifende Koordinierung, Bündelung und Finanzierung, dazu Unterstützung neuer UNESCO-Bewerbungen. Zweitens mehr internationale Bekanntheit und stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft. Drittens denkmalgerechte Erschließung und Schutz – mit Klimaresilienz, Notfallplänen nach der Haager Konvention und Digitalisierung durch 3D-Scans und GIS-Monitoring.
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Sachsen-Anhalt zählt fünf UNESCO-Welterbestätten: das Bauhaus Dessau, das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, die Lutherstätten in Wittenberg und Eisleben, die Welterbestadt Quedlinburg und den Naumburger Dom. Hinzu kommen die Himmelsscheibe von Nebra und Frühe Schriften der Reformationsbewegung als Weltdokumentenerbe. Unter der Dachmarke „6 Staunenswerte“ und dem Landesmotto #moderndenken bündelt das Land diese Stätten touristisch und kommunikativ. Mit IMG-Unterstützung entstanden bereits Kooperationen mit der Deutschen Zentrale für Tourismus und dem SC Magdeburg, dazu digitale Angebote wie der „WelterbeKompass“ und die preisgekrönte Gartenreich-App.
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